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Der Islam-Unterricht hat sich an vielen Schulen auch außerhalb Hessens mittlerweile zu einem festen Angebot entwickelt. An mehr als 800 Schulen nehmen knapp 55 000 Schüler in Deutschland daran teil.

Der Islam-Unterricht hat sich an vielen Schulen auch außerhalb Hessens mittlerweile zu einem festen Angebot entwickelt. An mehr als 800 Schulen nehmen knapp 55 000 Schüler in Deutschland daran teil. Der Vorteil: Der Unterricht läuft unter staatlicher Aufsicht, in deutscher Sprache und mit Lehrern, die hier eigens dafür ausgebildet wurden. Ein Problem ist aber, dass auch umstrittene islamische Verbände an den Lehrplänen mitwirken.

Die Kritik, dass Schüler beeinflusst werden könnten, ist durchaus berechtigt. Ein Beispiel: Ditib-Vertreter aus dem Main-Kinzig-Kreis und Offenbach wünschen in einem Onlinevideo der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien Erfolg. Die Inhalte des Videos seien laut Kultusministerium „sehr besorgniserregend“. Und diese Menschen wirken an den Lehrplänen mit? Dem muss die Landesregierung mit strenger Kontrolle begegnen.

Dennoch wäre zum jetzigen Zeitpunkt ein Ende der Partnerschaft des Landes mit Ditib der falsche Weg. Denn zumindest im Unterricht gibt es bislang keine Beanstandungen. Ditib muss dem Land bis zum Ende des Jahres ein Bekenntnis seiner Unabhängigkeit vorlegen. Dies sollte abgewartet werden. Schafft der Verband das nicht, sollte sich die Landesregierung aber nicht davor scheuen, einen neuen Partner zu suchen.

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