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Die S-Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) haben im Grunde dasselbe Problem wie der Schienen-Fernverkehr: Die Infrastruktur ist veraltet und mit der steigenden Zahl von Zügen und Fahrgästen heillos überfordert.

Die S-Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) haben im Grunde dasselbe Problem wie der Schienen-Fernverkehr: Die Infrastruktur ist veraltet und mit der steigenden Zahl von Zügen und Fahrgästen heillos überfordert.

Im Rhein-Main-Gebiet kreuzen sich die Probleme im wahrsten Sinne des Wortes, weil die S-Bahn und Fernzüge vielerorts auf den selben Gleisen fahren müssen. Wer im Zweifelsfall warten muss, ist klar: der Nahverkehr. Ein Großteil der Verspätungen ist auf dieses Problem zurückzuführen.

Um den Anforderungen auch nur halbwegs gewachsen zu sein, muss in Sachen Streckennetz und Technik ständig nachgerüstet werden. Das bringt aber für den Fahrgast wegen der vielen Baustellen zumindest kurz- und mittelfristig weiteren Ärger und Verspätungen. Dass es objektive Gründe für die Unpünktlichkeit vieler S-Bahnen gibt, ist also klar. Die Verantwortlichen haben Glück, dass der Fahrgastverband Pro Bahn nicht draufhaut, sondern pragmatische Verbesserungsvorschläge macht. Die helfen aber nur bedingt weiter. Deshalb müssen sich die Chefs von RMV und Regiobahn schon fragen lassen, warum es in den letzten Jahren schlechter statt besser geworden ist. Man war bei der Pünktlichkeit schließlich schon mal weiter und fiel von 96 auf 92 Prozent. Kein Unternehmen der Welt kann sich mit einer solchen Abwärtstendenz zufriedengeben. Und die Werte wären noch schlechter, wenn auch Verspätungen unter sechs Minuten mitgerechnet würden. Hinzukommt, dass die S-Bahn-Sperrung in den Ferien wegen weniger Zugaufkommen die Pünktlichkeitswerte sogar verbessert hat.

Zukunftslösungen mit neuen Strecken und Gleisen sind gut. Und der Fahrgast von heute denkt auch gerne an den von morgen. Aber auch er will nicht auf Jahre hinaus jeden Tag in einer verspäteten, oft noch überfüllten S-Bahn stehen.

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