Ukraine-Krieg - Charkiw
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Trümmer liegen vor einem Verwaltungsgebäude, das durch russischen Beschuss schwer beschädigt wurde.

Marburg-Biedenkopf

Konfliktforscherin: Mit Folgen des Krieges auseinandersetzen

Marburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen seit rund 20 Jahren Konflikte weltweit in den Blick und sehen ihre Forschungen auch als Beitrag für den Frieden. „Es ist unser Anliegen, in die Politik und die Zivilgesellschaft hineinzuwirken“, sagte die geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Konfliktforschung an der Uni Marburg, Susanne Buckley-Zistel, der Deutschen Presse-Agentur.

Marburg - Das Zentrum wurde im Jahr 2001 gegründet, offiziell wird das 20-jährige Bestehen coronabedingt aber erst jetzt, am kommenden Freitag (15. Juli), gefeiert.

Die gewandelten Konfliktlagen - national wie international - oder neue Fragestellungen sowie Blickwinkel spiegeln sich in der Arbeit des Zentrums wider. „Natürlich kann man auch an der Friedens- und Konfliktforschung Veränderung der Welt ablesen“, sagte Buckley-Zistel. Daher werde auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Forschung in den nächsten Jahren beschäftigen.

„Womit wir uns meiner persönlichen Meinung nach auseinandersetzen müssen, ist: Wie verändert der Krieg in der Ukraine Normen und Werte in Deutschland? Errungenschaften von Jahrzehnten in der deutschen Friedenspolitik wurden ganz schnell über den Haufen geworden“, sagte die Professorin mit Blick etwa auf das Milliarden-Programm zur Aufrüstung der Bundeswehr. Es sei wichtig, noch einmal darüber nachzudenken, was diese Entwicklungen bedeuten.

Das Zentrum für Konfliktforschung arbeitet fachübergreifend und konzentriert sich in Lehre und Forschung auf zentrale gesellschaftliche und internationale Konfliktlagen. Man wolle innovative Forschung machen, neue Themen besetzen und relevante Fragestellungen finden, so Buckley-Zistel. „Wir versuchen immer, ein bisschen weiter, ein bisschen tiefer zu schauen.“ Aktuell gehen die Marburger Forschenden zusammen mit Kollegen weiterer Universitäten etwa der Frage nach, wie sich Machtstrukturen aus der Kolonialzeit auf heutige Konflikte auswirken. dpa

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