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Kontrahenten mit Auto angefahren: Neuer Prozess nötig

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Das Landgericht Hanau muss sich erneut mit einem eskalierten Streit um einen Einkaufswagen befassen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe sah einen Rechtsfehler und hob die Verurteilung eines Mannes unter anderem wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung auf. Die obersten Richter ordneten eine neue Verhandlung an, wie aus ihrem am Dienstag bekannt gewordenen Beschluss hervorgeht.

Karlsruhe/Hanau - Das Landgericht hatte im Juni 2021 einen damals 32 Jahre alten Angeklagten zu sechs Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Die Hanauer Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann in Schöneck (Main-Kinzig-Kreis) einen Kontrahenten mit dem Auto angefahren und schwer verletzt hatte. Eine flapsige Bemerkung um einen leeren Einkaufswagen habe im Februar 2020 den „völlig nichtigen Streit“ zwischen den beiden ausgelöst, hieß es in der Urteilsbegründung. Im weiteren Verlauf soll der Angeklagte den damals 42-Jährigen absichtlich angefahren haben. Nach dem Zusammenprall stieg er demnach aus und trat den Schwerverletzten gegen den Kopf.

Die BGH-Richter rügten die Ausführungen des Landgerichts zur Frage, ob der Angeklagte von einem versuchten Totschlag zurückgetreten sei. Das Landgericht habe dies „mit rechtsfehlerhafter Begründung“ verneint.

Der Angeklagte hatte gegen seine Verurteilung Revision beim BGH eingelegt. Seine Verteidigung hatte vor dem Landgericht auf Freispruch plädiert. dpa

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