Kräftiges Plus an Gewerbesteuer für Marburg

Die Stadt Marburg erwartet einen kräftigen Geldregen: Wie Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) am Dienstag ankündigte, steigen die Gewerbesteuererträge für 2021 nach vorläufigen Zahlen um rund 370 Millionen Euro. Das sei weit mehr als der gesamte städtische Haushalt inklusive Investitionen für das laufende Jahr, hieß es in einer Pressemitteilung. Für das Jahr 2022 rechnet Spies mit 200 Millionen Euro mehr Gewerbesteuer als bisher.

Marburg - Die Stadt nannte mit Verweis auf das Steuergeheimnis keine Details zu den konkreten Gewerbesteuer-Zahlern. Marburg als traditioneller Pharma-Standort habe schon bislang rund 80 Prozent seiner Gewerbesteuereinnahmen aus der Pharma-Branche erhalten, erläuterte eine Stadtsprecherin.

Der in Mainz sitzende Corona-Impfstoffhersteller Biontech betreibt in Marburg einen Produktionsstandort und hatte kürzlich für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Gewinn von gut 7,1 Milliarden Euro gemeldet. Auf die Frage nach den Auswirkungen der Biontech-Einnahmen hatte die Stadt Marburg kürzlich erklärt, auch sie erwarte eine „erhebliche Verbesserung“ der Gewerbesteuereinnahmen.

Laut Mitteilung gibt die Stadt nach ersten Schätzungen 70 Prozent der Mehreinnahmen als Umlagen an den Landkreis und das Land weiter. Von den 570 Millionen Euro für 2021 und 2022 gingen also 400 Millionen Euro ab. Die verbleibenden Mittel will Marburg demnach unter anderem in Klimaschutz, Verkehrswende, Schulen sowie bezahlbaren und umweltverträglichen Wohnraum investieren. dpa

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