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Bunte Farbtupfer im Schnee: Nelly, Lea, Lea und Alina (von links) hatten ihren Spaß.

Zusätzliche Busse an diesem Wochenende

Kurioses Schlupfloch im RMV-Tarifsystem: So sparen sie 3 Euro zum Feldberg

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Für den Großen Feldberg ist strahlender Sonnenschein angekündigt. Erneut werden tausende Ausflügler den „Höchsten im Taunus“ ansteuern. Wieder werden überfüllte Parkplätze und ein Verkehrschaos die Folge sein. Auch die Fahrt mit dem Feldbergbus ist nicht „ohne“.

Der Busfahrerstreik geht auch an diesem Wochenende zum Glück am Großen Feldberg vorbei. Die RMV-Buslinien, die hinauf in die Feldbergregion führen, sind nicht vom Streik betroffen. Das ist die gute Nachricht für diejenigen, die nicht mehr Zeit mit der Suche nach einem Parkplatz verbringen wollen, als für das eigentliche Schneevergnügen an der klaren und kalten Winterluft. Dennoch ist die Fahrt mit dem ÖPNV aus Frankfurt in die Feldbergregion ein echtes Abenteuer.

Der Tarifdschungel fängt nämlich gleich hinter Frankfurt an, wie Thomas Naatz aus Frankfurt-Sachsenhausen berichtet. Bei seiner Fahrt mit U-Bahn und Bus zum Feldberg hat er am vergangenen Wochenende Kuriositäten und Ungereimtheiten erlebt. Und er hat Schlupflöcher im RMV-Tarifsystem ausfindig gemacht, die er den FNP-Lesern gerne verrät.

Wie jeden Winter wollte er auch in diesem Jahr mit seinen Kindern die beliebte Schlittentour vom Gipfelplateau über den Fuchstanz zur Hohemark machen. Doch in diesem Jahr wurde er im wahrsten Sinne des Wortes richtig kalt erwischt. Start ist für gewöhnlich die U-Bahn-Station „Schweizer Platz“. Mit der Linie U3 geht es direkt zur Hohemark und dort mit dem Feldbergbus der Linie 57 ganz nach oben, auf den „Höchsten im Taunus“ – das Gipfelplateau des Feldbergs auf 881 Metern.

„Bis Ende 2016 haben Erwachsene für diese Strecke 4,65 Euro pro Person bezahlt. In diesem Jahr zeigte der RMV-Fahrscheinautomat am Schweizer Platz auf einmal 8,35 Euro an. Die Gruppentageskarte sollte plötzlich 28,30 Euro statt bislang 15,80 Euro kosten. Das entspricht einer unglaublichen Fahrpreiserhöhung von jeweils mehr als 75 Prozent.“

Vom Winterausflug zurückgekehrt, überprüfte er zu Hause den Fahrpreis bei der Online-Fahrplanauskunft unter . Und tatsächlich: Der RMV hatte ausgerechnet für die Fahrt zum Frankfurter Hausberg die Preisstufe von 4 auf 5 erhöht. Alle Haltestellen rund um das Feldberg-Plateau galten 2016 noch als „Grenzgebiet“ von Oberursel und damit zur Preisstufe 4. Jetzt sind die

Grenzen verschoben

worden. Die Haltestellen Windeck, Rotes Kreuz, Sandplacken und Großer Feldberg liegen nun wie Schmitten in einer anderen Preiszone. Ebenso die beliebte Haltestelle am Rodelhang am Pechberg in Oberreifenberg.

„Neben der Anfahrt aus Frankfurt bezahlen nun auch alle Reisenden aus dem Main-Taunus-Kreis seitdem für eine einfache Fahrt ins Feldberggebiet satte 8,35 Euro statt bislang 4,65 Euro“, berichtet Naatz. „Das ist umso ärgerlicher, weil gerade an den Winterwochenenden an Ausflügler appelliert wird, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen.“

Der RMV erklärt die neuen Preise so: Die Festlegung von Niederursel als Tarifgrenzhaltestelle ergebe sich daraus, dass innerhalb der Stadt- und Ortsgrenzen die Tarife vereinheitlicht und transparent gemacht würden. Einerseits würden so alle Haltestellen dieses Frankfurter Stadtteils zum Frankfurter Stadttarif erreichbar sein. Gleichzeitig gebe es auch viele Fahrgäste, die von Niederursel in Richtung Oberursel führen, dies solle natürlich zum Oberurseler Ortstarif geschehen.

Doch hier ein Trick, wie man den deftigen Preisaufschlag des RMV zumindest bei der Einzelfahrkarte ganz einfach umgehen kann: „Zuerst löst man in Frankfurt einen Fahrschein nach Niederursel und bezahlt dafür 2,90 Euro“, sagt Naatz. „An dieser Haltestelle steigt man aus, löst dann am Automaten eine neue Fahrkarte zum Großen Feldberg und steigt in die nächste U3. Dieses zweite Ticket kostet dann 2,60 Euro. Macht zusammen lediglich 5,40 Euro. Man spart also knapp 3 Euro.“

Wegen des zu erwartenden hohen Besucherverkehrs wird auch am kommenden Wochenende die Zufahrt zum Feldberg für Pkws nur bis zur „Sprungschanze“ (unterhalb der Feldbergspitze) möglich sein.

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