Alexander Roßnagel
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Alexander Roßnagel, hessischer Datenschutzbeauftragter.

Landesbeauftragter: Aufmerksamkeit für Datenschutzthemen

Der hessische Datenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel will Themen des Datenschutzes stärker in die Öffentlichkeit tragen. „Ich denke schon, dass es notwendig ist, mit der aufklärenden, beratenden und warnenden Funktion des Datenschutzbeauftragten mehr nach außen zu gehen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Das will ich auch tun.“

Wiesbaden - Nach rund 100 Tagen im Amt habe er Tritt gefasst und sei in die Vorgänge eingearbeitet.

Es sei geplant, das Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit zu überarbeiten, damit die Aufgaben des Datenschutzbeauftragten bekannter würden, erklärte Roßnagel. Und er sieht auch Anknüpfungspunkte zu Entwicklern etwa von Computer-Software. „Als Datenschutzbeauftragter ist man dann erfolgreich, wenn man versucht, nicht gegen, sondern mit der Technik zu arbeiten“, sagte Roßnagel.

Er wolle mithelfen, dass technische Systeme so gebaut sind, dass sie Datenschutz umsetzen und Datenmissbrauch verhindern. „Das setzt wiederum voraus, dass man mit denen, die solche Systeme entwickeln, in Kommunikation kommt und möglichst früh in die Projekte eingebunden ist“, gab Roßnagel zu bedenken.

Man sollte als Datenschützer nicht die Haltung einnehmen „ich warte mal bis es kracht oder irgendeine Beschwerde kommt“ - sondern besser vorher versuchen, technische Entwicklungen zu verstehen und sich mit Vorschlägen einzubringen.

„Wenn wir beispielsweise in fünf Jahren sehr stark abhängig sein werden im täglichen Leben von Systemen der Künstlichen Intelligenz - dann muss ich mir als Datenschutzbeauftragter heute schon Gedanken machen, wo Künstliche Intelligenz angewendet wird und wo die Risiken sind“, sagte Roßnagel. „Wenn es uns gelingt, die künftige Technik so zu gestalten, dass sie Datenschutzaspekte berücksichtigt - dann wird diese Technik auch mehr Vertrauen gewinnen und wir werden später weniger Beschwerden bearbeiten müssen.“ dpa

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