1. Startseite
  2. Hessen

Landtagsopposition und Gewerkschaften warnen: Lehrermangel

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die SPD-Fraktion im hessischen Landtag erwartet im kommenden Schuljahr einen dramatischen Lehrkräftemangel. Die Landesregierung setze auf „Laien als Lehrer, die mit Kettenverträgen bis zu fünf Jahre unterrichten, ohne dafür qualifiziert zu werden“, kritisierte Bildungsexperte Christoph Degen am Freitag. „Dabei sind gut ausgebildete Lehrkräfte entscheidend, um Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern zu steuern und für gleiche Bildungschancen zu sorgen.“

Wiesbaden - Am kommenden Montag startet in Hessen das neue Schuljahr. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen rechnet nach eigenen Angaben mit rund 2000 unbesetzten Lehrerstellen im kommenden Schuljahr. „Überall ist die Lage angespannt. Aber im Rhein-Main-Gebiet muss man die Lage als dramatisch bezeichnen“, erklärte der Landesvorsitzende Stefan Wesselmann.

Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen, Heike Ackermann, teilte mit: „Es fehlen nach wie vor Lehrkräfte an Grundschulen, Förderschulen und berufsbildenden Schulen. Hinzu kommen zahlreiche Mangelfächer an allen weiterführenden Schulen, besonders im MINT-Bereich sowie in den musischen Fächern.“

Auch beim Ausbau von Ganztagsschulen komme Hessen nicht voran, erklärte der SPD-Abgeordnete Degen. Das Land finanziere die Angebote so dürftig, dass es vom Geldbeutel der Eltern abhänge, wer und ob überhaupt der Ganztag in Anspruch genommen werde. Vom Jahr 2026 an gilt ein Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Betreuungsplatz für Grundschulkinder.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elisabeth Kula, beklagte unter anderem marode Schulgebäude, einen massiven Unterrichtsausfall und einen hohen Krankheitsstand an den Schulen. Zudem sei unklar, wie der Betrieb der Schulen im Winter mit Blick auf den drohenden Gasmangel sichergestellt werden soll. Moritz Promny, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, erklärte: „Der Minister muss sich prioritär um eine adäquate Lehrkräfteversorgung und um die Digitalisierung der Schulen kümmern, statt sich auf Nebenschauplätzen zu tummeln.“ dpa

Auch interessant

Kommentare