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Der Kita-Neubau der Arbeiterwohlfahrt entsteht derzeit an der Frankfurter Straße,.

Fachbereich legt aktualisierte Planung vor

Stadt braucht Millionen für neue Kitas

Stadt wächst kräftig – von heute 38 000 auf geschätzte 42.000 Einwohner im Jahr 2021. Vor diesem Hintergrund kann Entspannung bei der Situation der Kinderbetreuung nur eintreten, wenn die Verantwortlichen kräftig gegensteuern.

Langen – Die  Konzeptioneller Kompass dafür sein soll der „Bedarfs- und Entwicklungsplan Kinderbetreuung“; der Rathaus-Fachbereich Soziales und Bildung hat ihn gerade erst aktualisiert vorgelegt. Im Kern sieht die von Rechts wegen zu erstellende Planung über bereits erfolgte Erweiterungen und Sanierungen hinaus den Bau dreier neuer Kitas bis zum Jahr 2021 vor. Reine Bau- und Investitionskosten nach erster, vorsichtiger Schätzung: circa zwölf Millionen Euro. Nachdem der Magistrat sich diese Woche erstmals mit dem Plan befasst hat, wird er im Mai die politischen Gremien von den Ausschüssen bis in die Stadtverordnetenversammlung durchwandern.

„Für Eltern ist die Kinderbetreuung ein ganz wichtiger Aspekt der Lebensplanung – für die Stadtverwaltung stellt sie die ganz große Herausforderung und das wichtigste Projekt der nächsten zwei, drei Jahre dar“, ist Bürgermeister Frieder Gebhardt überzeugt. Insofern arbeite die Verwaltung mit der Zielvorgabe, bis 2021 den Versorgungsgrad für den U 3-Bereich auf 45 Prozent zu erhöhen – „und so den tatsächlichen Bedarf zu decken“ – sowie bei Kindern über drei Jahren hundertprozentige Versorgung zu gewährleisten.

Kita-Betreuung: Bis Ende 2020 fehlen in den Kreis-Kommunen mehr als 460 Erziehungskräfte

Ein Faktor, der dabei keinesfalls unter den Tisch fallen soll: Erschwert wird die Situation durch den anhaltenden Fachkräftemangel. Laut einer Erhebung des Kreises Offenbach fehlen bis Ende 2020 in den Kreis-Kommunen mehr als 460 Erziehungskräfte. „Man muss kein Prophet sein, um zu sagen: Mittelfristig wird die Lage äußerst angespannt bleiben, zumal wir uns hier in Langen damit abfinden müssen, dass große Spieler wie die Städte Frankfurt, Darmstadt oder Hanau einfach im personellen Teich mitfischen“, stellt Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo fest.

Derzeit kann der Fachbereich exakt 1 713 Kinderbetreuungsplätze anbieten, davon 308 für Krippenkinder unter drei Jahren (inklusive 92 bei Tagespflegepersonen). 1 170 Drei- bis Sechsjährige besuchen die zwölf Einrichtungen der Stadt, beziehungsweise die zehn von kirchlichen und freien Trägern. Die Schulfördervereine, die Langener Arbeiterwohlfahrt (Awo) und die stadteigenen Kitas verfügen zusammen über Betreuungskapazitäten für rund 800 Schüler im Alter von sieben bis zehn. In Relation zur Einwohnerzahl bedeutet das: Für 34 Prozent der Ein- bis Dreijährigen, 88 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und 56 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen gibt es Betreuungsplätze.

Kita-Betreuung in Langen: So viele Plätze sind in Aussicht

„Der Bedarfs- und Entwicklungsplan bietet konkrete Vorschläge und Lösungsansätze mit frischen Ideen“, ist Strelow Castillo überzeugt. Besserung schon für die nahe Zukunft verhießen die Erweiterung der Kita Sonnenschein (Ohmstraße), das „Kinderwohnen“ an der Odenwaldstraße und die im Bau befindliche Awo-Tagesstätte an der Frankfurter Straße. Unterm Strich stellen sie 68 weitere Plätze für U 3-Kinder in Aussicht. „Außerdem werden zwei neue Kitas innerhalb des Neubaugebiets an der Liebigstraße und eine an der Steubenstraße gebaut“, gibt Strelow Castillo den investiven Kern der Bedarfsplanung wider – „alles in allem ein Zuwachs um etwa 155 Plätze“.

Kraft der erweiterten Kita Sonnenschein und der neuen Awo-Kita werden ferner bis Anfang nächsten Jahres 100 Ü-3-Betreuungsplätze hinzukommen. Dies alles inklusive der Kooperation mit Egelsbach werde bis 2022/23 das städtische Angebot um 419 Plätze erhöhen, so Gebhardt. „Dafür arbeiten wir eng mit den freien und kirchlichen Trägern, den Eltern, dem Kreis Offenbach und den politisch Verantwortlichen zusammen.“

Bei der Schulkinderbetreuung ist eine enge Kooperation zwischen Stadt und Kreis nötig. „Der Ausbau ist ein zusätzlicher wichtiger Baustein in der Tages- und Nachmittagsbetreuung von Kindern bis zum zehnten Lebensjahr“, sagt Strelow Castillo. „Auch dazu haben wir einige Ideen, wie dieses wichtige Ansinnen in die Tat umgesetzt werden kann.“

VON HOLGER BORCHARD

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