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Der diesjährige bunt kostümierte Bajazz Benedikt (vorne) führt den Springerzug an.

Leitfigur des Springerzugs tanzt „bis die Schwarte kracht”

Einer der ungewöhnlichsten Fastnachtsumzüge Hessens ist am Rosenmontag in Herbstein über die Bühne gegangen. Rund 5000 Zuschauer verfolgten das närrische Treiben nach Angaben des Veranstalters und der Polizei.

Einer der ungewöhnlichsten Fastnachtsumzüge Hessens ist am Rosenmontag in Herbstein über die Bühne gegangen. Rund 5000 Zuschauer verfolgten das närrische Treiben nach Angaben des Veranstalters und der Polizei. In Herbstein stand der Bajazz im Blickpunkt. Als eine Art Leitfigur läuft, springt und tanzt der bunt kostümierte Bajazz alljährlich in bestimmter Schrittfolge vier Stunden durch die Straßen der Vogelsberg-Kleinstadt. Der Springerzug geht auf einen alten Brauch zurück. Im 17. Jahrhundert brachten Tiroler Steinmetze, die Restaurationsarbeiten an der Stadtmauer vornahmen, diese Tradition mit nach Herbstein.

Den Part des Bajazz wird jedes Jahr im Vorfeld versteigert. Diesmal sicherte sich Benedikt Wiegand mit einem Rekordgebot vom 3810 Euro den Zuschlag. „Das ist eine große Ehre.” Für ihn gehe ein Kindheitstraum in Erfüllung, sagte er nach der Auktion Anfang Januar. Versteigert wurden aber auch weitere Positionen im Springerzug, etwa die des Tiroler Pärchens. Zu sehen waren im Springerzug auch noch weitere Traditionsfiguren, etwa der Erbsenstrohbär und das Siebpferdchen, sowie die Schwellköpp und die Affen.

Bei kaltem, aber sonnigem Wetter zeigte sich die Fastnachtsvereinigung Herbstein mit dem Zug zufrieden. „Traumhaft schön”, sagte der Vereinsvorsitzende Manuel Hensler. „Die Sonne lacht. Es ist zwar eisig, aber die Stimmung ist alles andere als eingefroren.” Der Bajazz zeigte sich gut in Form und reimte: „Ich tanze bis die Schwarte kracht - echte Herbsteiner Fassenacht.”

(dpa)

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