Aufgrund ihres gemischt-ethnischen Hintergrunds hat es die leukämiekranke Astrid besonders schwer, einen Spender zu finden.

Hilfsaktion

Leukämie-Kranke sucht Spender: Die 41-jährige Astrid leidet unter einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs

Im September vergangenen Jahres bekam Astrid die Diagnose Blutkrebs. Eine Stammzellenspende könnte ihr Leben retten. Doch einen Spender für sie zu finden, ist sehr schwer.

Zu Hause im eigenen Bett schlafen, vielen von uns scheint das nichts Besonderes zu sein. Das sieht Astrid wahrscheinlich ganz anders. Seit September des vergangenen Jahres hat die 41-Jährige aus dem Großraum Frankfurt die meiste Zeit im Krankenhaus verbracht, denn Astrid hat Leukämie. Genauer gesagt, leidet sie unter akuter Myeloischer Leukämie (AML) – einer besonders aggressiven Form von Blutkrebs.

Eine Stammzellen-Spende könnte Astrids Leben retten. Doch für sie einen Spender zu finden ist praktisch wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Das liegt daran, dass Astrid einen „gemischt-ethnischen Hintergrund“ hat. Das heißt ihr Vater ist Nigerianer, ihre Mutter Deutsche. Und in den weltweiten Datenbanken für Stammzellenspender – weltweit sind 30 Millionen Menschen registriert – haben nur drei Prozent überhaupt einen Gen-Mix. Den gleichen wie Astrid (nigerianisch-deutsch) haben noch viel weniger Menschen.

Gen-Zwilling gesucht

„Leider sind das viel zu wenige, als dass wir ohne Hilfe von außen einen Spender finden könnten“, bedauert ein enger Freund von Astrid, der mit weiteren Freunden alles tut, damit Astrid den Wettlauf gegen die Zeit gewinnt. „Die Gewebe-Merkmale des Spenders müssen mit denen von Astrid möglichst weitgehend übereinstimmen. Es muss also eine Art genetischer Zwilling gefunden werden, und leider kommt aus der Familie niemand als Spender in Frage“, erklärt de Freund.

Gerade hat die Mutter zweier kleiner Jungs ihre Chemotherapie abgeschlossen. Die Krankheit muss jetzt möglichst lange stabil gehalten werden, bis hoffentlich ein Spender gefunden werden kann. Eine mental äußerst schwierige Situation für die junge Frau. Zumal allen anderen Patienten, die Astrid während ihrer langen Behandlung an der Universitätsklinik Frankfurt kennengelernt hat, bereits Stammzellen transplantiert werden konnten.

Eigene Webseite

Aber Astrids Freunde geben nicht auf: Mit einer Facebook-Seite hat alles begonnen. Inzwischen hat Astrid eine eigene Website, die einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. „Astrid wollte mit ihrer Geschichte nicht an die Öffentlichkeit. Aber ohne Multiplikatoren – Menschen, die Astrids Geschichte kennen und mit uns nach einem Spender suchen – hätten wir keine Chance“, so der Freund der Familie. Inzwischen seien schon zahlreiche Einträge auf Gen-Datenbanken erfolgt. Aber der richtige Spender für Astrid war leider noch nicht dabei.

Astrids Unterstützer suchen nun verstärkt im Ausland, genauer gesagt im englischen Birmingham, in den USA und in Brasilien. Der Grund: Dort gibt es große nigerianische Gemeinden. Wer sich auf der Internetseite www.help-astrid-com einträgt, bekommt ein Set nach Hause, mit dem man sich typisieren lassen kann. „Besonders effizient ist eine Blutprobe, denn damit können gleich alle relevanten Werte abgeglichen werden. Man überspringt quasi den Schritt mit dem Wattestäbchen. Die Abnahme macht jeder Hausarzt“, erläutert Astrids Freund.

Astrid und ihre Familie kämpfen weiter um jeden Tag. Vor wenigen Jahren musste die Familie schon einmal einen Schicksalsschlag verkraften: Damals hatte Astrids Mann einen Verkehrsunfall – seitdem sitzt er im Rollstuhl.

von CHRISTINE SARAC

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