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Bischof Georg Bätzing.

Katholische Kirche

Limburg: Bischof Bätzing verurteilt Missbrauchsfälle

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche scharf verurteilt. "Hinter der Zahl von 3.677 betroffenen Opfern stehen 3.677 einzelne Schicksale von Kindern und jungen Menschen, die durch Priester unter Ausnutzung ihrer geistlichen Macht zutiefst verletzt und oft für ihr Leben lang verwundet worden sind", sagte der Bischof am Sonntag mit Blick auf Medienberichte zu der bislang unveröffentlichten Missbrauchsstudie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Deren wissenschaftliche Erkenntnisse seien nötig, um Präventionsmaßnahmen zu verstetigen und weiter auszubauen, "damit Kinder und junge Menschen im Raum der Kirche sicher leben und sich entfalten könnten", sagte der Bischof beim traditionellen Kreuzfest des Bistums in Limburg.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hat die Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche scharf verurteilt. "Hinter der Zahl von 3.677 betroffenen Opfern stehen 3.677 einzelne Schicksale von Kindern und jungen Menschen, die durch Priester unter Ausnutzung ihrer geistlichen Macht zutiefst verletzt und oft für ihr Leben lang verwundet worden sind", sagte der Bischof am Sonntag mit Blick auf Medienberichte zu der bislang unveröffentlichten Missbrauchsstudie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Deren wissenschaftliche Erkenntnisse seien nötig, um Präventionsmaßnahmen zu verstetigen und weiter auszubauen, "damit Kinder und junge Menschen im Raum der Kirche sicher leben und sich entfalten könnten", sagte der Bischof beim traditionellen Kreuzfest des Bistums in Limburg.

Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche soll am 25. September auf der Herbst-Vollversammlung der katholischen Bischöfe in Fulda vorgestellt werden. Nach Berichten des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und der Wochenzeitung "Die Zeit" nennt die Studie zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 sexuelle Vergehen durch 1.670 Kleriker an überwiegend männlichen Minderjährigen.

Die Studie zeige auch, wie diese Verbrechen über lange Zeit fälschlicherweise abgewiegelt, verharmlost und vertuscht worden seien, um vorgeblich "Schaden" von der Kirche abzuwenden, sagte Bätzing. Es sei "vom Bösen, wenn auf diese Weise Aufmerksamkeit und Ressourcen den Opfern vorenthalten werden", sagte er. Die Kirche habe bereits Glaubwürdigkeit, Respekt und das Zutrauen der Öffentlichkeit verloren, dass sie die dunklen Seiten verantwortlich aufarbeiten könne.

"Die katholische Kirche weltweit wird aus dieser tiefen Krise gründlich verändert hervorgehen. Wir werden 'entmächtigt' und demütiger dastehen als je zuvor", sagte Bätzing. Dies werde allerdings für die Kirche kein Schaden sein, "sondern ganz im Gegenteil eine Chance, uns näher bei unserem Herrn und seinem Auftrag wieder zu finden". Er begrüße sehr, dass die deutschen katholischen Bischöfe mit der Studie die Bereitschaft signalisierten, den nötigen Lernweg einzuschlagen und Veränderungsprozesse in Gang zu bringen, sagte Bätzing.

Auch der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann hatte sich am Samstag tief getroffen über das Ausmaß der Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche gezeigt und die Betroffenen um Verzeihung gebeten. (epd)

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