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Trotz Missbrauchsvorwürfen: Limburger Bischof Bätzing verteidigt Beförderung von katholischem Priester

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, befördert einen Priester, gegen den mehrere Frauen Missbrauchsvorwürfe erheben. Es wird Kritik an „alten Fehlern“ laut.

Limburg – Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat einen Pfarrer trotz Vorwürfen sexueller Belästigung befördert. Bätzing habe den Mann in seinem Limburger Bistum zum Bezirksdekan berufen, obwohl er ihn zuvor wegen Belästigung ermahnt habe, berichtete die Zeit-Beilage „Christ & Welt“.

Der katholische Priester soll demnach im Jahr 2000 eine evangelische Pfarrerin in Ausbildung verbal und körperlich sexuell belästigt haben. Derselbe Pfarrer belästigte den Recherchen zufolge eine zweite Frau zwischen 2006 und 2007. Sie sei damals in Ausbildung gewesen und heute katholische Gemeindereferentin. Beide Frauen schildern ihre Erlebnisse dem Magazin Christ & Welt.

Trotz Vorwürfen sexueller Belästigung: Beförderung eines katholischen Priesters

Ein Sprecher von Bätzing teilte am Dienstag (24. Mai.) mit, es sei richtig, dass der Bischof in seinem Limburger Bistum eine Ermahnung gegen den Priester ausgesprochen habe. Vor der Berufung des Betreffenden zum Bezirksdekan habe es eine erneute Prüfung der Vorwürfe gegeben. Auch weil es sich nicht um ein strafrelevantes Verhalten gehandelt habe und weil bei dem Pfarrer Einsicht und Reue vorhanden gewesen seien und er sich bei der Gemeindereferentin für sein Verhalten entschuldigt habe, habe ihn der Bischof dann zum Bezirksdekan ernannt.

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisierte Bätzings Vorgehen scharf. „Es ist ein für Bischof Bätzing beschämender Vorgang, weil hier die ganze Frauenverachtung der Kirche zutage tritt“, sagte Schüller der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Frauen werden noch immer nicht ernst genommen, wenn sie solche Vorfälle melden. Die Denke ist: Wenn es zu sexuellen Handlungen zwischen einem Priester und einer erwachsenen Frau kommt, dann ist das im gegenseitigen Einverständnis, denn die Frau hätte sich ja wehren können. Dass etwa in diesem Fall ein totales Abhängigkeitsverhältnis bestand, wird völlig ausgeblendet. Bätzing möchte Trendsetter sein, wiederholt aber alte Fehler.“

Beförderung zum Bezirksdekan: Bätzing verteidigt Beförderung von Priester trotz Missbrauchsvorwürfen

Georg Bätzing, hat die Beförderung des Pfarrers jetzt verteidigt. Der Vorfall liege schon viele Jahre zurück, und der Priester habe Reue gezeigt und sich entschuldigt, sagte Bätzing am Mittwochabend (25. Mai) der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Katholikentags in Stuttgart. Gleichzeitig betonte er: „Jede Art von Belästigung, von Übergriffigkeit, sowohl verbal als auch körperlich, ist ein No-Go. Und das akzeptiere ich in keinster Weise.“

Bätzing sagte dazu, als er ins Bistum Limburg gekommen sei, habe sich eine Betroffene bei ihm gemeldet. Dadurch habe er erfahren, dass es vor Jahren einen Übergriff auf die Mitarbeiterin des Pastoralteams gegeben habe, sowohl verbal als auch körperlich. „Allerdings so, dass es weder vor dem staatlichen Recht noch kirchenrechtlich eine Straftat ist“, betonte Bätzing. „Es handelt sich hier nicht um einen Missbrauch im Sinne der Leitlinien der katholischen Kirche.“

Georg Bätzing befördert Priester trotz Missbrauchsvorwürfen

Er habe dem Pfarrer gleichwohl unmissverständlich klargemacht, wie er zu seinem Verhalten stehe. „Er hat mir versichert, dass er seit vielen, vielen Jahren an dieser Situation leidet. Dass er nicht weiß, wie es dazu kommen konnte, sich schriftlich entschuldigt hat bei der Mitarbeiterin, dass das offenbar aber nicht zum Frieden führt.“ Bätzing erteilte dem Pfarrer eine förmliche Ermahnung, eine Art Abmahnung. „Damit bin ich mit meinen Möglichkeiten an einem Ende.“

Auf die Frage, warum er dann aber ausgerechnet diesen Pfarrer befördert habe, antwortete Bätzing: „Kann ich einen Priester, der vor 15 Jahren einen Fehler begangen hat, den er einsieht, für den er Reue zeigt, für den er um Entschuldigung gebeten hat und eine Strafe gezahlt hat – kann ich die unendlich lange vorhalten?“ Der hochbeliebte Pfarrer sei von der großen Mehrheit der Seelsorgerinnen und Seelsorger für die Funktion des Bezirksdekans vorgeschlagen worden. Als Bischof sei er diesem Votum letztlich gefolgt. „Es ist kein Fauxpas. Sondern ich habe im Abwägen der Gesamtsituation diese Entscheidung getroffen.“ (dpa)

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