+
Freizeitpark Lochmühle steht vor großen Veränderungen

Samstag ist Eröffnung

Saisonstart in Lochmühle: Radikale Änderungen - das sollten Besucher jetzt wissen

Am Samstag öffnet der Freizeitpark Lochmühle wieder seine Pforten. Neuerungen wird es geben, und nicht alle werden den Besuchern gefallen, so viel steht fest. Das müssen Sie alles wissen: 

Update, 27. März, 10:22 Uhr: Jetzt ist es endlich soweit, das Warten hat ein Ende! Am Samstag, 30. März öffnet der Freizeitpark Lochmühle für dieses Jahr seine Pforten für die Besucher bis zum 13. Oktober. Das Jahresmotto lautet 2019 "Grillen und Chilllen". Wichtig nur: Es dürfen ab diesem Jahr keine eigenen Grills mehr mitgebracht werden, stattdessen gibt es jetzt feste Grills, teilte der Park mit.

Die Grillhütte können die Besucher unter 06175 790060 am Besuchstag reservieren, das Telefon ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr besetzt.

Neuer Indoor-Parcours in der Lochmühle

Neu ist ein Klettergerüst in der Allwetterhalle mit zwei Hochebenen und Anspruchniveaus. Kleinkinder und Grundschüler können Drehwände passieren, sich durch Röhren vorarbeiten und Hindernisse umklettern.Das Ziel: Das Erreichen der bunten Bälle unter dem Hallendach in vier Metern Höhe.

Mit dem Indoor-Parcours ergänzt der Park seine in den vergangenen Jahren entstandenen Freiluft-Kletteranlagen. Im Bereich der Riesenrutsche wird es in den kommenden Wochen eine weitere neue Attraktion für Kinder bis drei Jahre geben.

Erstmeldung vom 13. März: Wehrheim - Die Lochmühle ist in der Winterpause, doch von einem Schlaf kann nicht die Rede sein. „Wir fangen lediglich eine halbe Stunde später an als im Sommer“, sagt Christine Zwermann-Meyer, Chefin des Freizeitparks Lochmühle. Der Park bietet im Sonnenlicht einen ungewohnten Anblick. Schaukeln und Trampoline sind abgebaut, die Gehege verwaist, die Wagen der Eichhörnchenbahn verschwunden, und selbst die Traktoren der Rundbahn stehen der Reihe nach in der großen Allwetterhalle neben dem Eingang. Wir sind zu Besuch in der Lochmühle und wollen wissen, was sich dort in der Winterzeit zuträgt.

Auch interessant bei fnp.de*: Umgestürzte Bäume, losgelöste Dächer, Zugausfälle: So wütete Sturmtief "Eberhard" im Usinger Land

„Momentan werden alle Fahrgeschäfte gewartet und generalüberholt“, erklärt die Parkchefin der Lochmühle, während aus einem Winkel des Parks laute Motorengeräusche herüber dringen.

Noch gibt es Tiere in der Lochmühle, wie diese hübschen Ziegenböcke, doch ob das in Zukunft noch so sein wird, dahinter setzt die Parkchefin kein Ausrufezeichen.

In der Allwetterhalle gibt es in diesem Jahr die größte Neuerung. Das in die Jahre gekommene Klettergerät ist einem gigantischen vier Meter hohen Kletter-, Spiel und Spaßparcours mit Bällebad gewichen. Auf zwei Ebenen wird die Motorik geschult und gefordert. „Das Gerät ist größer und nutzt auch die Deckenhöhe besser aus“, erklärt Zwermann-Meyer und weist bei ihrem Rundgang auf die enormen Ausmaße hin.

Lochmühle: Start in die neue Saison mit neuen Attraktionen

Wo vorher die Trampoline standen, wird später eine Sitzgelegenheit geschaffen, „weil wir bemerkt haben, dass die eine Bank, die wir mehr durch Zufall dorthin gestellt haben, ständig belegt war“.

Was die Besucher darüber hinaus in der Halle gewöhnt waren, soll auch wieder an seinen Platz kommen, erklärt sie, während die Arbeiter nahezu geräuschlos Netze in die Verstrebungen hängen.

Seit einer Woche bauen die Mitarbeiter der Lieferfirma bereits auf, zwei Wochen sind dafür veranschlagt. Jedes Netz muss von Hand eingebaut, jedes Polster angepasst und kontrolliert werden. „Das Wetter kommt uns derzeit entgegen“, sagt Zwermann-Meyer und blinzelt ein wenig in die Sonne. In der Halle gibt es keine Heizung, folglich ist es dort kühler als im restlichen Park. Sinken die Temperaturen deutlich ab, würden die Arbeiten eingestellt.

Lesen Sie auch bei fnp.de*:  Domsingknaben klagen an: Jugendliche erklären, warum sie Leiter Bollendorf ablehnen

Der Freizeitpark sei nicht nur im Sommer vom Wetter abhängig, sondern auch im Winter. Durch die Trockenheit konnten zwar bereits mehr Arbeiten erledigt werden als in den Jahren zuvor, aber dennoch bleibt es ein Wettlauf gegen die Zeit. „In diesem Jahr krempeln wir gefühlt den ganzen Park einmal um“, sagt Zwermann-Meyer, während ein Mitarbeiter mit Schubkarre gen Fischteich nahe des Wohnhauses unterwegs ist. Einen Teich im unteren Bereich des Parks hat er bereits abgelassen, die Fische umgesetzt, nun ist der zweite an der Reihe. Wasser ablassen, schrubben, Wasser wieder einlassen und auch die Fische zurückbringen.

Nahe der Eichhörnchenbahn werden die Hecken gestutzt, während andere mit gefüllten Schubkarren unterwegs sind.

Freizeitpark Lochmühle: Wege neu gepflastert

Was die Besucher nicht sehen, aber jede Saison gemacht wird: „Wir pflastern alle Wege neu.“ Das bedeutet, die alten Steine auszubauen, den Untergrund aufzuarbeiten und die Steine neu zu verlegen.

Auch der Spielbereich unter der großen Rutsche wird in diesem Jahr mit einer Art Baustellenspielplatz nebst medialen Modulen neu gemacht. „Aber die Firma schafft das leider nicht vor Ostern.“ So werde es in der laufenden Saison noch einmal eine neue Attraktion geben.

„Das hatten wir bislang auch noch nicht“, räumt Parkchefin Zwermann-Meyer ein, aber darauf verzichten wollte die Familie dennoch nicht.

Eine weitere Änderung gibt es auch für die Nutzer der Grillplätze. „Wir werden keine mitgebrachten Grills mehr im Park erlauben.“ Hintergrund dafür ist eine Entwicklung, welche die Familie nun schon seit einigen Jahren beobachtet und die ein gesamtgesellschaftliches Thema berührt: „Es fehlt der Respekt.“ Was Zwermann-Meyer damit meint, verdeutlicht sie an einem Beispiel.

Freizeitpark Lochmühle: Brandflecken und Gefahr

Wir haben neben den eigenen Grills auch vorgesehene Plätze für die mitgebrachten Grills der Besucher.“ Doch einige Besucher meinten, dass der Grill sich besser auf dem Holz-Esstisch macht, „wo es dann zu Brandflecken kam.“ Die Folge war, dass das Mobiliar vermehrt aufgearbeitet werden musste oder im schlimmsten Fall dauerhaft beschädigt wurde.

Auch auf der Wiese sollten die Grills nicht stehen, „vor allem nicht bei einem so trockenen Sommer wie im vergangenen Jahr, denn da hätte ein Funkenflug gereicht, um alles in Brand zu stecken.“ Hinweise darauf gibt es zur Genüge.

Mitarbeiter, die im Park unterwegs seien, weisen, wann immer sie so etwas sehen, freundlich auf den vorgesehenen Platz hin. „Und dann bekommen sie als Gegenfrage, ob sie hier der Chef seien“, zeigt sich Zwermann-Meyer sichtlich verärgert. Sicherlich sei es ein geringer Prozentsatz, der sich respektlos verhalte, aber die Dreistigkeit nehme auch in anderen Bereichen zu.

Die Familie hat über mehrere Generationen in der Landwirtschaft gearbeitet, also auch im Bereich der Tierhaltung Erfahrungen gesammelt. Doch auch vor den Tieren fehlt manchem Besucher der Respekt: „Da wird uns gemeldet, dass Kinder ein Tier getreten oder angespuckt haben“, schildert die Parkchefin. Nun waren keine Mitarbeiter dabei, die sofort hätten reagieren können. Allerdings fragt sie sich, warum Eltern ihre Kinder nicht zurückhalten, schließlich verdienen auch die Tiere Respekt. Die Tierhaltung war und ist in der Lochmühle durchaus etwas Besonderes. „In vielen anderen Freizeitparks gibt es so etwas schon lange nicht mehr“, berichtet sie auf dem Weg zu den Winterställen vom Austausch mit anderen Parkbetreibern. Der Grund dafür sind nicht die Auflagen, die die Lochmühle allesamt erfüllt, sondern häufig die „selbst ernannten Experten“, bei denen die Familie ein ebenso dickes Fell haben muss, wie die Coburger Fuchsschafe.

Ebenfalls interessant bei fnp.de*:  "Türken brauchen in Deutschland keine eigenen Hallen" - Demo gegen Eventhalle sorgt für große Aufregung

Sie haben vor wenigen Tagen drei Junge bekommen, darunter ein Zwillingspaar. Die vom Aussterben bedrohte Tierart gehört ebenso zu den Bewohnern des Parks wie Kühe, Pferde, Ponys, Hühner, Hasen und Ziegen. Letztere haben ebenfalls schon Junge, und bis zur Parkeröffnung Ende März werden noch einige von den freundlich dreinblickenden Hornträgern dazu kommen.

Freizeitpark Lochmühle: Merkwürdige Kritik

Die Tierärzte schauen, ebenso wie das Veterinäramt, regelmäßig nach den Tieren. „Denen geht es gut, das bestätigen uns die Ärzte.“ Und auch die Tierarztkosten sind in dem Park sehr gering. Dennoch gibt es immer wieder Menschen, die gerade über die sozialen Medien oder auch per Mail an die Parkleitung schreiben und die Haltung kritisieren. „Da kommen dann Hinweise wie ,das Tier schaut so traurig, dem geht es nicht gut‘“, erzählt Zwermann-Meyer. Im Gegenzug stellt sich für sie aber vielmehr die Frage, was die Besucher erwarten. Denn dass die Kinder problemlos überhaupt zu den Tieren ins Gehege können, auch Kühe und Pferde streicheln dürfen, das sei der Entspanntheit der Tiere geschuldet, „einfach, weil sie es gewöhnt sind“.

Tiere, denen es schlecht gehe, würden aggressiv oder verhaltensauffällig. Und wie fröhlich soll eine Kuh denn aussehen? Die Reaktion mancher Besucher reichen von Hinweisen bis hin zu geradezu unverschämten Kommentaren. Was die Besucher aber nicht sehen, ist, dass die gehaltenen Arten Herdentiere sind und nach dem offiziellen Besuchsschluss allesamt auf die Weiden gehen.

„Und wenn sie am nächsten Morgen dann wieder gen Stall kommen, dann laufen die Pferde zum Beispiel freiwillig dorthin.“ Früher war die Familie der Auffassung, dass es immer Tiere im Park geben werde, „heute würde ich das nicht mehr so sagen. Vielmehr gilt heute die Devise: So lange es geht.“

Los geht’s mit der Parkeröffnung am Samstag, 30. März. Besucher die einen Grillplatz gebucht haben, sollten sich noch einmal kurz vorher auf der Homepage des Freizeitparks informieren.

Eine neue Attraktion erwartet Besucher seit Sommer 2018 im Taunus Wunderland.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare