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Ein Teilnehmer der Mahnwache hält ein Schild mit der Aufschrift „#Free Deniz”.

Mahnwache für Deniz Yücel: „Nur seinen Job gemacht”

Mit einer Mahnwache ist in Flörsheim am Main an das Schicksal des seit einem Jahr in der Türkei inhaftierten „Welt”-Korrespondenten Deniz Yücel erinnert worden.

Mit einer Mahnwache ist in Flörsheim am Main an das Schicksal des seit einem Jahr in der Türkei inhaftierten „Welt”-Korrespondenten Deniz Yücel erinnert worden. „Er hat sich nicht einmal in irgendeinem juristischen Sinne schuldig gemacht. Er hat einfach nur seinen Job gemacht”, sagte Frank Überall, der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), am Mittwoch in einer Rede, in der er „abstruse, diffuse Vorwürfe” gegen den Journalisten beklagte. Zum Auftakt der Veranstaltung waren etwa 150 Menschen gekommen.

„Je länger Deniz Yücel ohne Anklage in Haft sitzt, umso zweifelhafter werden die Gründe dafür”, betonte der hessische SPD-Landtagsfraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel anlässlich des Jahrestages. „Wer eine Regierung kritisiert, ist kein Staatsfeind. Und eine Regierung, die Kritik mit Haft und anderen Methoden der Einschüchterung beantwortet, offenbart ein bedenkliches Verhältnis zum Rechtsstaat. Die Freiheit der Berichterstattung darf nicht eingeschränkt werden, nirgendwo auf der Welt.” Eine Normalisierung des Verhältnisses zur Türkei halte er nicht für denkbar, solange Yücel nicht freigelassen werde.

In Flörsheim leben Yücels Eltern und seine Schwester. Einmal im Monat versammeln sich in der 20 000-Einwohner-Stadt vor der Stadthalle Dutzende von Menschen, um gegen die Inhaftierung zu protestieren.

Bundesregierung und Bundespräsident haben wiederholt die Freilassung Yücels verlangt. Dem Journalisten wird „Terrorpropaganda” und die „Aufwiegelung der Bevölkerung” vorgeworfen.

(dpa)

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