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Rechte Konferenz in Burschenschaftshaus geplant (Symbolbild).

Neue Rechte

Demonstration gegen rechtes Treffen in Marburg

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Das Marburger Bündnis gegen Rechts mobilisiert gegen die Konferenz „Junges Europa“. Im Haus der Burschenschaft Germania trefen dabei bekannte Rechte auf.

Die Demonstration soll um 11 Uhr an der Elisabethkirche starten: Unter dem Motto „Nazi-Villen dicht machen, Europa entnazifizieren, in Marburg anfangen“ ruft das Marburger „Bündnis gegen Rechts“ für kommenden Samstag, 26. Oktober, zu Protesten in der Universitätsstadt auf. Anlass ist eine Konferenz mit dem Titel „Junges Europa“, die ab 13 Uhr im Haus der pflichtschlagenden rechten Burschenschaft Germania in der Lutherstraße stattfinden soll.

Laut einer Einladung, die im Internet kursiert, werden im Haus der „Germanen“ drei Redner auftreten: Der Rechtsanwalt Thor von Waldstein, der im Umfeld der rechtsextremen NPD aktiv war und unter anderem den US-amerikanischen Holocaustleugner Fred Leuchter vertreten hat, der italienische Philosoph Diego Fusaro und John Hoewer, der im Vorstand der AfD-Jugendorganisation Jungen Alternative in Sachsen-Anhalt aktiv ist.

Marburg: Gut vernetzt im Spektrum der „Neuen Rechten“

Dass die Germania eine solche Veranstaltung organisiert, ist nicht überraschend: Die rechten Burschen gelten schon lange als gut vernetzt im Spektrum der „Neuen Rechten“. Im November vergangenen Jahres hielt deren zentraler Vordenker Alain de Benoist einen von rund 150 Zuhörern besuchten Vortrag in ihrem Haus, Hunderte Menschen protestierten damals dagegen.

Der bundesweit wohl bekannteste „Germane“ ist Philip Stein, Pressesprecher des Dachverbands Deutsche Burschenschaft und Kopf des neurechten Kampagnenvereins „Ein Prozent“. Stein ist auch Verleger des Kleinverlags „Jungeuropa“, der unter anderem ein Logo benutzt, das auch die Einladung zu der Konferenz in Marburg ziert.

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Ina Pallinger vom Bündnis gegen Rechts sagte der FR, man erwarte, dass wieder Rechte aus ganz Deutschland nach Marburg kommen, ihre Konferenz aber keine große Außenwirkung erzielen werde. „Es geht vor allem darum, ein Event für die eigenen Leute zu schaffen“, so Pallinger. „Die Germania stellt unkündbare Räume und ihre Strukturen zur Verfügung, um das möglich zu machen.“

Von Hanning Voigts

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Rund 750 Demonstranten zogen am Samstag (26.10) durch Marburg und demonstrierten gegen die Konferenz.

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