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Marode A66-Salzbachtalbrücke wird gesprengt: Livestream

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Sprengung der Salzbachtalbrücke steht bevor
Die Baustelle an der Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden. © Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Um zügig mit dem Neubau beginnen zu können, soll die marode Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden gesprengt werden. Danach könnte sich die angespannte Verkehrssituation in der Landeshauptstadt etwas verbessern. Bis die Autobahnlücke geschlossen wird, dauert es aber noch.

Wiesbaden - Vor knapp fünf Monaten wurde die Salzbachtalbrücke der Autobahn 66 in Wiesbaden plötzlich gesperrt - nun soll das marode Bauwerk gesprengt werden. Der erfahrene Sprengmeister Eduard Reisch will am (heutigen) Samstag um 12.00 Uhr zunächst den Südteil und wenige Sekunden später die Nordbrücke zu Fall zu bringen. Viele Anwohner und Pendler im Rhein-Main-Gebiet hoffen, dass zumindest die Straßen und Bahngleise unter der bisherigen Brücke bald wieder befahren werden können.

Die Sprengung der Brücke wird per Livestream ins Internet übertragen. Polizei, Stadt und Autobahn GmbH riefen Schaulustige auf, zuhause zu bleiben. Vor Ort gebe es aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit, sich die Sprengung anzuschauen. Rund um die Brücke wird ein Sicherheitsbereich von 250 Metern eingerichtet, in dem der Aufenthalt verboten ist. Davon betroffen sind unter anderem ein Friedhof, einige Wohnhäuser, Schrebergärten und ein Tierheim.

An dem Bauwerk hatte sich Mitte Juni der Überbau an einem Pfeiler abgesenkt, Betonbrocken waren auf die Straße und den Gehweg herabgefallen. Die Brücke wurde komplett gesperrt, es bilden sich in der Landeshauptstadt regelmäßig zähe Staus. Der Hauptbahnhof ist vom Zugverkehr so gut wie abgeschnitten, da fast alle Gleise unter der Brücke verlaufen. Die derzeitige Lücke der Autobahn 66 wird nach den Plänen der Autobahn GmbH des Bundes frühestens 2023 mit einem Neubau geschlossen.

Wie Sprengmeister Reisch Anfang Oktober erklärte, soll die Südbrücke mit einer sogenannten Kollapssprengung zu Fall gebracht werden, die Nordbrücke soll sich anschließend per Kippsprengung auf die Trümmer legen. An jedem Brückenteil waren dafür mehrere Hundert Bohrungen nötig.

Reisch hat bereits zahlreiche spektakuläre Sprengungen geleitet, darunter 2014 den Fall des 117 Meter hohen AfE-Towers in Frankfurt. In diesem Jahr brachte die Reisch Sprengtechnik GmbH aus Apfeldorf in Bayern unter anderem den 46 Meter hohen Förderturm einer ehemaligen Schachtanlage im nordrhein-westfälischen Datteln und die Brücke „20. Jahrestag der DDR“ in Brandenburg an der Havel nieder. dpa

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