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Nach einer Schiesserei in einer Arztpraxis in Marburg (Hessen) stehen am 15.12.2016 Polizisten und Rettungskräfte vor dem Gebäude. Bei Schüssen in einer Arztpraxis in der Nähe des Marburger Hauptbahnhofes sind zwei Mediziner ums Leben gekommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Foto: Boris Roessler/dpa Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Bluttat im Marburger Bahnhofsviertel

Mediziner erschießt Kollegen und dann sich selbst

Wegen eines Großeinsatzes der Polizei ist am Donnerstag der Hauptbahnhof in Marburg großräumig abgesperrt worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers habe es eine „Bedrohungslage” gegeben.

Bei der Bluttat in Marburg hat ein Mediziner nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erst den anderen Arzt erschossen und sich dann das Leben genommen. Bei den beiden Toten handelt es sich um zwei Ärzte im Alter von 53 und 67 Jahren, wie Staatsanwalt Christian Hartwig am Donnerstag sagte. Eine mutmaßliche Tatwaffe sei sichergestellt worden.

Die Schüsse fielen in einer Praxis für Radiologie nahe des Marburger

Hauptbahnhofs. "Einen Anhaltspunkt für einen externen Täter gibt es

nicht", erklärte Hartwig. Er schloss eine politisch motivierte Tat

oder einen Amoklauf nach den bisherigen Erkenntnissen aus. Während

der Schüsse hielt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Personal

in der Praxis auf.

 

Die Praxis liegt in einem Geschäfts- und Ärztehaus in der Nähe des

Bahnhofvorplatzes. Dort hatten Zeugen gegen 12.50 Uhr mehrere Schüsse

in einem Gebäude gehört, wie die Polizei Marburg und die

Staatsanwaltschaft berichteten. Der Hauptbahnhof samt Vorplatz wurde

daraufhin großräumig abgesperrt. Ein Polizeisprecher hatte zunächst

von einer "Bedrohungslage" berichtet.

Ein Sondereinsatzkommando sei trotz gegenteiliger Medienberichte nicht im Einsatz gewesen, so die Polizei in Marburg. Auch Gerüchte um eine Geiselnahme dementierten die Beamten.

Gewaltverbrechen in Arztpraxen hat es in der Vergangenheit mehrere

gegeben. Gewalttaten unter Medizinern sind selten, meist sind

Patienten darin verwickelt.

So sorgte etwa im Jahr 2012 eine Bluttat in Rheinland-Pfalz für

Aufsehen. Ein Rentner erschoss in einer Praxis in Weilerbach zwei

Ärzte und sich selbst. Das genaue Motiv wurde nie aufgeklärt. Der

78-Jährige litt nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter einer

wahnhaften Persönlichkeitsstörung und fühlte sich von seinen Nachbarn

mit Strahlen attackiert. Vermutungen, wonach der Täter schwer an

Krebs erkrankt war und deshalb seine Ärzte tötete, bestätigten sich

später nicht.

(dpa)

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