Corona-Test
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Ein Arzt macht einen Abstrich für einen Corona-Test.

Mehr als 2500 neue Corona-Fälle: Druck in Kliniken wächst

Die Corona-Pandemie breitet sich in Hessen weiter aus - das bringt die Krankenhäuser zunehmend unter Druck. Ein Landkreis schlägt bereits Alarm.

Wiesbaden - Binnen eines Tages sind in Hessen 2509 neue Corona-Infektionen und 7 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert worden. Die Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - stieg von 188,4 am Vortag auf 195,5. Das teilte das Sozialministerium in Wiesbaden am Mittwoch mit. Insgesamt wurden bislang in Hessen 381.352 Corona-Infektionen gemeldet, 7991 Menschen starben an oder mit dem Virus.

Auf den Intensivstationen des Landes waren demnach 242 Betten mit Covid-19-Patienten belegt, wobei bei 13 von ihnen zunächst der Verdacht auf die Erkrankung vorlag (Stand Dienstag, 11.00 Uhr). Die Hospitalisierungsinzidenz - die Neuaufnahmen von Covid-19-Erkrankten in Krankenhäusern bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - lag am Mittwoch bei 4,51. Eine Woche zuvor hatte der Wert noch bei 4,05 gelegen. Die meisten der Covid-19-Intensivpatienten sind dem Sozialministerium zufolge nicht oder nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft - das betraf 67,5 Prozent von ihnen.

Der Main-Kinzig-Kreis (MKK) bezeichnete die Corona-Lage in den vier Kliniken des Landkreises am Mittwoch als „höchst problematisch“. Derzeit würden dort 49 Patienten mit Covid-19 behandelt, davon 15 auf Intensivstationen, 10 von ihnen müssten beatmet werden. Mittlerweile sei es denkbar, dass ein Patient mit einem Herzinfarkt über weite Strecken bis zu einem freien Behandlungsplatz gefahren werden müsse, weil gerade die Kapazitäten im MKK erschöpft seien, erklärte Landrat Thorsten Stolz (SPD).

Auch die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler (SPD) erklärte: „Was an Kapazität für die Covid-Patientenschaft aufgewendet wird, fehlt zunehmend bei anderen Akutfällen. Eine Besserung ist auf Wochen, vielleicht auf Monate nicht in Sicht. Nicht weil Betten oder Gerätschaften fehlen, sondern weil es nicht genug Fachkräfte gibt.“ Auch der Rettungsdienst stehe vor großen Problemen, weil kritisch kranke Patienten oft über weitere Strecken transportiert werden müssten.

Die Intensivbettenbelegung und die Hospitalisierungsinzidenz sind wichtige Indikatoren zur Beurteilung der aktuellen Corona-Lage. Überschreiten sie bestimmte Grenzwerte, gelten weitergehende Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Eine erste Warnstufe greift, wenn der Hospitalisierungswert über 8 steigt oder mehr als 200 Intensivbetten durch Corona-Patienten belegt sind. dpa

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