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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Mehrjährige Haftstrafe für Sporttrainer wegen Missbrauchs

Im Prozess um gewalttätige Übergriffe und sexuellen Missbrauch in einem Sportstudio im osthessischen Sinntal ist ein Kampfsporttrainer zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Im Prozess um gewalttätige Übergriffe und sexuellen Missbrauch in einem Sportstudio im osthessischen Sinntal ist ein Kampfsporttrainer zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Hanau sah am Donnerstag 50 Fälle als erwiesen an. Der 46-Jährige hatte auch als Sporttherapeut gearbeitet. Laut Anklage war es zwischen Januar 2012 und Dezember 2017 in dem Studio zu den Taten gekommen. Die Opfer waren zwischen 5 und 21 Jahre alt.

Dem Mann wurde unter anderem vorgeworfen, nackten Opfern mit der flachen Hand oder einem Holzstock auf das Gesäß geschlagen zu haben. Während des Trainings von Gruppen soll er Schläge und Tritte verteilt haben.

Angeklagt waren ursprünglich 330 Taten an elf Opfern. Doch der Prozess konzentrierte sich auf die gravierenden Fälle. 280 Fälle wurden eingestellt, weil sie laut Richter Peter Graßmück bei der Urteilsfindung nicht ins Gewicht gefallen wären. Strafmildernd wirkte sich ein Teilgeständnis des Mannes aus. Die Körperverletzungen räumte er ein, die sexuellen Übergriffe bestritt er dagegen.

Das Gericht berücksichtigte beim Strafmaß eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten und sprach ein lebenslanges Berufsverbot aus. Der 46-Jährige darf nie mehr als Sporttrainer und Therapeut mit jungen Menschen bis zum 21. Lebensjahr arbeiten. Sollte er nach seiner Haftentlassung wieder in diesem Bereich straffällig werden, droht ihm die Sicherungsverwahrung. Er war bereits im Jahr 1996 vom Amtsgericht Gütersloh wegen ähnlicher Vorfälle in seiner Heimatstadt Rheda-Wiedenbrück verurteilt worden.

(dpa)

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