Bundeskanzlerin in Gießen
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht das Liebig-Museum im historischen Labor.

Merkel betont Bedeutung der Forschung auf Wissenschaftstour

Mit gleich zwei Etappen in Hessen hat eine Wissenschaftstour von Bundeskanzlerin Angela Merkel begonnen. Die promovierte Physikerin betonte bei ihren Besuchen in Gießen und Marburg die Bedeutung von Forschung und Innovation.

Gießen/Marburg - Zum Abschied winkte sie noch einmal aus der schwarzen Limousine. In 38 Tagen ist Bundestagswahl, danach endet die Ära Angela Merkel. An diesem Donnerstag verabschiedete sich die Bundeskanzlerin aber zunächst nur von den Vorständen und Mitarbeitern des Werks des deutschen Corona-Impfstoffherstellers Biontech in Marburg. Zuvor hatte die CDU-Politikerin eine Wissenschaftstour in Gießen gestartet.

Gemeinsam mit Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) besichtigte sie dort am Vormittag das Liebig-Museum im historischen Labor des Chemikers Justus von Liebig (1803-1873) und das benachbarte Mathematikum. Am Mittag fuhr Merkel weiter nach Marburg, wo sie sich das Biontech-Werk anschaute, das als eine der größten Produktionsstätten von mRNA-Impfstoffen europaweit gilt.

Mit nur vier Minuten Verspätung kamen Merkel und Braun in Marburg an, flankiert von einem großen Polizeiaufgebot - der Besuch straff durchgetaktet, die Sicherheitsvorkehrungen streng. Biontech-Mitarbeiter, die aus geöffneten Fenstern herauslehnten, um die Kanzlerin zu sehen, mussten die Fenster wieder schließen.

Merkel begrüßte die beiden Biontech-Vorstände Özlem Türeci und Uğur Şahin per Ellenbogenschlag. „Das ist ja wie eine kleine Stadt hier“, sagte sie über das weitläufige Firmengelände. Noch ein kurzer Gruß an die Medienvertreter, und schon war die Delegation im Werk verschwunden. Nur Fotografen und Kameramänner durften sie auf dem Rundgang begleiten, bei dem sich Merkel ein Bild vom Produktionsprozess machte.

Nach einer guten Stunde dann noch ein kurzes Statement vor dem grün-grauen Firmengebäude. Biontech sei ein Markenzeichen für Deutschland, sagte die als wissenschaftsaffin geltende Kanzlerin. „Wenn man die Produkte sieht, dann sehen sie gar nicht so spektakulär aus. Dafür ist aber die Wirkung spektakulär“, so Merkel. Auf dem Fundament jahrzehntelanger Forschung habe Biontech mit seinem Impfstoff einen schnellen Ausweg aus der Corona-Pandemie gefunden. „Das bestätigt mich, dass wir in Wissenschaft und Forschung und in Innovation wirklich auch investieren müssen.“

Merkel wandte sich am Donnerstag erneut an alle Ungeimpften: „Wir hatten monatelang zu wenig Impfstoff. Jetzt sind wir in der ganz außergewöhnlichen Lage, und viele Länder auf der Welt sind das nicht, dass wir genug Impfstoff haben, dass wir uns schützen können. Und dass wir auch andere schützen können. Und gerade angesichts von steigenden Infektionszahlen zeigt sich nochmal die Bedeutung eines solchen Impfstoffes.“

Auch bei ihrem Besuch in Gießen, der den Auftakt mehrerer Reisen bildete, bei denen es in den nächsten Tagen laut Merkel um Naturwissenschaften und deren Anwendungen geht, betonte die Kanzlerin den Stellenwert der Wissenschaft. „Gute Forschung, hohe Experimentierkunst, Innovationsfähigkeit, verbunden dann auch mit der Anwendung, das ist im Grunde das, was unseren Wohlstand schafft. Das sollten wir nie aus den Augen verlieren.“ dpa

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