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Metzler-Bankier Müller: „Schleichende Enteignung der Sparer“

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Frankfurt am Main
Wolken türmen sich hinter der Bankenskyline im Stadtzentrum auf. © Boris Roessler/dpa/Archivbild

Banken und Anleger müssen nach Einschätzung der Frankfurter Privatbank Metzler noch eine ganze Weile mit niedrigen oder gar negativen Zinsen leben. Er glaube, „dass uns die negativen Realzinsen noch sehr lange begleiten werden“, sagte der Vorstand der B. Metzler seel. Sohn & Co. AG, Emmerich Müller, dem „Handelsblatt“ (Montag). Der Realzins ist der Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate.

Frankfurt/Main - „Wenn die Staaten für ihre Schulden kaum Zinsen zahlen müssen und die Schulden bei Teuerungsraten von zwei bis drei Prozent zum Teil weginflationiert werden, dann ist das für die Finanzminister in Europa und anderer Länder doch ein angenehmer Nebeneffekt“, sagte Müller.

Die Kehrseite der Medaille: „Die Belastung trifft vor allem die Nominalvermögen. In einem solchen Umfeld finanzieller Repression gelingt Ihnen der Vermögenserhalt nur mit einer hohen Aktienquote“, führte Müller aus. „Leider liegt in Deutschland noch immer der größte Teil des Ersparten auf Bankkonten oder in Lebensversicherungen. Wir erleben also eine schleichende Enteignung der Sparer. Das einzige Mittel dagegen wäre eine tiefgreifende Veränderung der Spargewohnheiten.“ dpa

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