Windräder drehen sich in einem Windpark
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Windräder drehen sich in einem Windpark.

Minister: Ausbau erneuerbarer Energien schreitet voran

Mehr als die Hälfte des in Hessen erzeugten Stroms stammte 2020 aus erneuerbaren Energien. Die Windenergie machte nach einem Einbruch 2019 wieder einen Sprung. Um den Ausbau weiter zu forcieren, gibt es eine neue Vorschrift - in der geht es nicht nur um Energieerzeugung.

Wiesbaden - Der Ausbau erneuerbarer Energien in Hessen schreitet nach Angaben des Wirtschaftsministeriums voran. Die Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen sei 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent auf 9037 Gigawattstunden geklettert, teilte das Ministerium auf Anfrage in Wiesbaden mit. Diese vorläufige Zahl basiere auf Schätzprognosen des Leipziger Instituts für Energie.

Demnach stieg der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung im gleichen Zeitraum um 5,0 Prozentpunkte auf 55,6 Prozent. Dagegen erreichte der Anteil der Erneuerbaren am Wärmebedarf nur 13,2 Prozent - ein kleines Plus von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019.

Stromerzeugung aus Windenergie nahm 2020 den Schätzungen zufolge um 15,3 Prozent auf 4872 Gigawattstunden zu, mit Photovoltaikanlagen wurde 6,9 Prozent mehr Strom generiert als noch im Vorjahr - insgesamt 2171 Gigawattstunden.

„Nach dem vom Bund verschuldeten bundesweiten Einbruch im Jahr 2019, als in Hessen lediglich vier Anlagen in Betrieb gingen, hat der Ausbau der Windkraft im vergangenen Jahr wieder Fahrt aufgenommen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Es seien insgesamt 27 Anlagen mit einer Leistung von 88 Megawatt dazugekommen.

Der Minister räumte ein: „Der Ausbau der Windkraft müsste schneller vorangehen.“ Deshalb habe das Ministerium in Abstimmung mit Umwelt- und Naturschützern sowie dem Windkraftverband eine neue Verwaltungsvorschrift aufgesetzt. Zusammen mit einem Programm für windenergiesensible Arten schaffe dies wichtige Voraussetzungen, um bei Konflikten zwischen Windkraftprojekten und Artenschutz zu einem vernünftigen Ausgleich zu kommen.

„Besser werden müssen wir aber auch im Wärmesektor“, sagte Al-Wazir. „Es wird immer noch zu viel Energie beim Heizen und für Warmwasser verbraucht.“ Gegensteuern will das Land mit dem Sonderprogramm „Sanieren, sparen, Klima schonen“, das im Februar aufgelegt wurde. „Von den 25 Millionen Euro versprechen wir uns einen ordentlichen Schub bei der energetischen Modernisierung von Wohngebäuden“, erklärte der Minister. dpa

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