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Ministerin warnt vor Einfluss Rechtsextremer im Naturschutz

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Priska Hinz
Priska Hinz spricht während einer Diskussionsrunde. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat vor Versuchen rechtsextremer Organisationen gewarnt, den Natur- und Umweltschutz mit völkischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten zu vereinnahmen. Desinformationen wie der Klimawandelleugnung und Verschwörungstheorien trete das Land gemeinsam mit den hessischen Netzwerken „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie Umweltbildungszentren entschieden entgegen.

Wiesbaden - Die Organisationen verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es unter anderem, dass rechtsextremen Ideologien im Natur- und Umweltschutz keine Plattform geboten werde.

„Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass für den CO2-Anstieg in der Erdatmosphäre der Mensch verantwortlich ist“, erläuterte Hinz. „Trotzdem gibt es Interessensgruppen, die pseudowissenschaftliche Zweifel an der Klimakrise streuen.“ Ab Ende 2022 werde hessenweit ein fachlich anspruchsvolles Lernangebot für die Sekundarstufe I zum Thema Klimawandelleugnung bereitstehen, erläuterte Hinz.

Es komme immer wieder vor, dass Natur- und Umweltschutzorganisationen mit Versuchen rechtsextremer Einflussnahme konfrontiert würden, sagte Yannick Passeick von der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN). Davon seien kleine, kommunale Gruppen mehr betroffen als Landes- und Bundesverbände. Auch im ökologischen Landbau kursierten teils obskure, rechte Verschwörungstheorien.

Passeick erklärte, dass die Umweltschützer gegensteuern könnten - etwa mit einem klaren Leitbild zur demokratischen Grundordnung in der Vereinssatzung. Damit könne der Unterwanderung mit rechtsextremen Gedankengut wie beispielsweise dem Ökofaschismus vorgebeugt werden. Im Ökofaschismus vermischt sich laut Erläuterung der FARN-Experten der Umweltgedanke mit Menschenhass. Hohe Geburtenraten im globalen Süden würden in dieser menschenverachtenden Deutung zu einem ökologischen Problem, da diese Kinder die Umwelt zerstörten. dpa

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