Schule
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Schwamm und Kreide liegen in einem Klassenraum unter einer Tafel.

Ministerium plant keine kleineren Grundschulklassen

Anders als im schwarz-grünen Koalitionsvertrag vorgesehen, plant das hessische Kultusministerium keine Herabsetzung der Schülerzahl pro Klasse an öffentlichen Grundschulen. Wie das Ministerium in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion erklärte, führe eine bloße Veränderung der Schülerzahl nicht automatisch zu einer intensiveren Förderung.

Wiesbaden - „Daher plant die Landesregierung gegenwärtig nicht, die derzeitige Schülerhöchstzahl von 25 Schülerinnen und Schülern pro Lerngruppe an hessischen Grundschulen zu verändern“, erklärte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Die Forderung nach kleineren Klassen basiert häufig auf einer subjektiven Wahrnehmung. Sie steht allerdings im Gegensatz zu vielen wissenschaftlichen Befunden“, erläuterte das Ministerium. Daher wolle sich die Landesregierung auf die Verbesserung der individuellen Förderung der Kinder konzentrieren und Fördermaßnahmen stärken.

Das Förderprogramm „Löwenstark - der BildungsKICK“ soll im kommenden Schuljahr nicht nur den fachlichen Bereich kräftigen, „sondern auch die sozial-emotionalen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler in den Blick nehmen“. Das Programm beinhalte etwa Hausaufgabenhilfen sowie Bewegungsangebote und soll die Kinder bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützen. Außerdem sollen die Grundschulen mehr sozialpädagogische Fachkräfte zur unterrichtsbegleitenden Unterstützung erhalten.

Würde die Zahl der Schüler wie zunächst geplant an allen dreizügigen Grundschulen auf maximal 20 Kinder pro Klasse herabgesetzt, bräuchte das Land den Angaben zufolge 133 weitere Grundschullehrkräfte. Damit sind Grundschulen gemeint, die in jeder Klassenstufe drei Klassen haben. Die Reduzierung der Schülerzahl pro Klasse würde 145 weitere Klassengemeinschaften bedeuten und zusätzlich rund 10,5 Millionen Euro im Jahr kosten, wie das Ministerium erklärte. Laut Ministerium lag der Durchschnitt der landesweiten Klassengröße im Schuljahr 2020/2021 bei 19,3 Schülerinnen und Schülern; bundesweit seien es im Schnitt 20,9 Grundschulkinder pro Klasse gewesen. dpa

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