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Mitarbeiter kassierte ohne Gegenleistung: Bewährungsstrafe

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Justitia
Eine Figur der blinden Justitia. © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Weil er von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) rund 34.000 Euro ohne Gegenleistung kassiert hat, ist ein Awo-Angestellter vom Amtsgericht Frankfurt zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein entsprechender Strafbefehl blieb am Montag bestehen, nachdem der 50-Jährige zwar Einspruch eingelegt hatte, dann aber nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen war.

Frankfurt/Main - Verurteilt wurde der Mann wegen Beihilfe zur Untreue. Darüber hinaus muss er das zu Unrecht bezogene Geld zurückzahlen. Der Strafbefehl ist noch nicht abschließend rechtskräftig - dem Verurteilten bleibt noch die Möglichkeit, Wiedereinsetzung zu beantragen.

Der Angeklagte hatte zwischen 2016 und 2018 mehrfach zusätzliche Einnahmen - so wurde ein Honorarvertrag geschlossen, ein Minijob ohne tatsächliche Tätigkeit errichtet sowie ohne Grund außertarifliche Zulagen gewährt. Dies geschah laut Urteil auf Veranlassung der Geschäftsführer der Awo-Verbände in Frankfurt und Wiesbaden. Während in vergleichbaren anderen Fällen durchgängig Geldstrafen verhängt würden, erklärt sich die Freiheitsstrafe für den 50-Jährigen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft mit dessen Vorstrafen.

Der traditionsreiche Sozialverband Arbeiterwohlfahrt wird seit 2019 von einem Skandal erschüttert. Im Mittelpunkt stehen die beiden Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden, die von zwei Ehepartnern geleitet wurden. Es geht um ungewöhnlich hohe Gehälter und Luxus-Dienstwagen, undurchsichtige Verflechtungen und Finanzierungen, um Scheinverträge und Verflechtungen in die Politik. In dem Komplex laufen eine ganze Reihe von Prozesse bei verschiedenen Gerichten. dpa

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