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Mitgliederrückgang gestoppt: Keine Entwarnung für Vereine

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Vor allem Frauen hat der Landessportbund als Mitglieder in der Corona-Pandemie verloren. Präsident Rolf Müller lobt die Kreativität der Vereine, sorgt sich aber um die Ehrenamtlichen.

Frankfurt/Main - Der organisierte Sport in Hessen erholt sich langsam von den Folgen der Corona-Pandemie. Das zeigen die Mitgliederzahlen, die der Landessportbund Hessen (lsb h) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt bekanntgegeben hat. Die Dachorganisation mit ihren knapp 7500 Vereinen und 23 Sportkreisen verzeichnete zum Stichtag 1. Januar 2022 insgesamt 2 071 322 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihren Reihen und damit ein Plus von 7011 Mitgliedern (0,3 Prozent) im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Vor den Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise waren es 2 134 686 Millionen Sportlerinnen und Sportler die sich unter dem Dach des lsb h bewegten. „Die Sportvereine haben sich während der Pandemie als robust, kreativ und innovativ und als ein starkes Stück Hessen erwiesen“, sagte Präsident Rolf Müller, der sich im Juni nach 25 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl stellen wird.

Mit zahlreichen Ideen wie Online-Training und der Verlegung von Hallenangeboten ins Freie konnten Mitglieder gehalten oder zuletzt auch wieder gewonnen werden. Der Landessportbund selbst informierte bei jeder von der Politik beschlossenen Änderung der Hygienevorschriften und Einschränkungen zeitnah über die damit verbundenen Folgen für den Sportbetrieb.

Das Land leistete über mehrere Förderprogramme Hilfe. 2020/21 wurden 17,2 Millionen Euro extra ausgeschüttet, um in Not geratene Vereine zu unterstützen. „Wir sind relativ gut durch die Pandemie gekommen“, sagte Müller. „Aber ich glaube nicht, dass es Grund zur totalen Entwarnung gibt. Die Frage wird jetzt sein: Gewinnen wir die Mitglieder wieder zurück oder haben wir sie an die digitale Parallelwelt verloren? Wir müssen jetzt sehr kreativ sein, genau analysieren und überlegen, mit welchen Mitteln wir das schaffen.“

Der Fokus liegt dabei auf Erwachsenen zwischen 41 und 60 Jahren und speziell auf Frauen. In diesen beiden Bereichen gab es auch im vergangenen Jahr noch signifikante Mitgliederrückgänge. Der Anteil der Frauen schrumpfte während der zwei Pandemie-Jahre um 4,5 Prozent auf 845 180, im mittleren Erwachsenenbereich nahm die Zahl der Erwachsenen 2021 um 1,7 Prozent ab. Die genauen Gründe dafür konnte lsb h-Hauptgeschäftsführer Andreas Klages nicht benennen, aber: Zu den familiären Verpflichtungen kam in vielen Familien die Betreuung der Kinder beim Homeschooling dazu.

Auch den Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden müsse man „den Rücken stärken“, betonte Müller. Bei vielen habe sich im Laufe der Krise Ermüdung und Depression bemerkbar gemacht. „Wenn wir keine Mitarbeiter haben, die die Angebote aufrechterhalten, nutzen einem auch die höchsten Mitgliederzahlen nichts.““

Betroffen waren von den Rückgängen weniger Vereine in ländlichen Regionen als Großclubs. Müller sieht einen Grund dafür darin, dass größere Vereine mit vielfältigem Sportangebot von einem Teil der Mitglieder eher als Dienstleister angesehen werden und eine weniger enge Bindung besteht. Bei den kleineren Vereinen oder in abgelegeneren Gegenden genießen auch die gesellschaftlichen Aspekte einen hohen Stellenwert. dpa

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