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Mörder stört Taunus-Idylle: Der ZDF-Krimi „Muttertag“

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"Muttertag - ein Taunus-Krimi"
Eine Szene aus "Muttertag - ein Taunus-Krimi". © Hagen Keller/ZDF/dpa/Archivbild

Ein Fest für die Fans: Nach mehr als vier Jahren Pause wird wieder ein frischer Taunuskrimi ausgestrahlt - mit einer neuen Kommissarin. Und Bestseller-Autorin Nele Neuhaus hat einen kurzen Cameo-Auftritt.

Frankfurt/Königstein - Mitten in der Idylle lauert der Tod im neuen ZDF-Taunuskrimi. Die Kommissare Pia Sander (Annika Kuhl) und Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) werden in eine Villa am Weiher gerufen. Hier wurde die Leiche des alten Theodor Reifenrath gefunden. Unfall oder Mord? So beginnt der Fall „Muttertag“ am Montag um 20.15 Uhr im Zweiten, erneut nach einem Bestsellerroman von Nele Neuhaus.

Der Safe steht offen und ist leer. Die Taunus-Kommissare stoßen in einem Zwinger nicht nur auf einen fast verhungerten Hund, sondern auch auf menschliche Knochenreste. Eine gründlichere Durchsuchung fördert drei Frauenleichen zutage, in Folie eingewickelt und offensichtlich ertränkt.

Liegt der Schlüssel in der Vergangenheit des Hauses, in dem Reifenrath und seine Frau Rita viele Pflegekinder großgezogen hatten? Zudem gilt Rita seit vielen Jahren als vermisst. Man ging von einem Suizid aus, doch eine Leiche wurde nie gefunden. Im Licht der jüngsten Entdeckungen erscheint das Verschwinden der Frau verdächtig.

Rita hat für die Aufnahme so vieler Pflegekinder zwar das Bundesverdienstkreuz erhalten, aber in den Gesprächen mit den ehemaligen Schützlingen offenbart sich: Ein liebendes Umfeld erlebten die Kinder nicht, vielmehr hasche Strafen. Wer nicht spurte, wurde mit Küchenfolie fixiert, mit dem Kopf unter Wasser gedrückt, in eine Kühltruhe gesperrt. Die Misshandlungen könnten dem Mörder als Vorbild für seine Taten gedient haben, vermuten die Ermittler. Und: Er tötete bisher immer am Muttertag, der auch jetzt wieder vor der Tür steht. Gelingt es den Taunus-Kommissaren, den nächsten Mord zu verhindern?

Und könnte Claas Reker der Täter sein? Der Mann war immer wieder in der Psychiatrie, wurde als Jugendlicher mit dem Tod eines Nachbarmädchens in Verbindung gebracht und hat seine Frau gestalkt. In dem Verfahren gegen ihn spielte die forensische Begutachtung durch Pias Schwester Kim eine wichtige Rolle. Schwebt auch sie in Gefahr? Als sie plötzlich nicht mehr auf Nachrichten reagiert, nimmt der Fall für Kommissarin Pia Sander eine sehr persönliche Wendung.

Der Fall ist eine gute Startvorlage für Annika Kuhl, die in „Muttertag“ unter der Regie von Felix Herzogenrath und nach dem Drehbuch von Annika Teppelman viele Facetten ausspielen kann. Angesichts der Vielzahl von Verdächtigen und einer Nebenhandlung um eine junge Frau, die auf der Suche nach ihrer biologischen Mutter ist, lässt sich der TV-Zweiteiler, der am 14. und 16. Februar jeweils zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird, problemlos füllen, unterbrochen von Rückblenden auf all die Muttertage im Pflegeheim.

„Muttertag“ lebt von dem Gegensatz zwischen der imposanten Villa am See, die der Ort einer unbeschwerten Bilderbuchkindheit sein könnte, und dem Schrecken und der Gewalt hinter dem schönen Schein. „Ich glaube auch, dass der Reiz gerade darin liegt, menschliche Abgründe eben genau in dieser scheinbaren Idylle aufzuspüren“, meint Bodenstein-Darsteller Tim Bergmann. „Die Abgründe des Nachbarn oder sogar der eigenen Familie sind möglicherweise beängstigender als die fernen Verbrechen in einem fremden Milieu“, stimmt Kuhl zu.

In „Muttertag“ wird der Taunus als dichtbewaldete Landschaft und Biotop von Villenbewohnern in Szene gesetzt, ganz als hätten Borkenkäfer und Stürme nicht ganze Hügel in Brachland verwandelt. Und auch der Blick auf die Frankfurter Skyline darf nicht fehlen.

Der neunte Taunuskrimi - es ist die erste neue Verfilmung seit 2018 - bringt nicht nur eine neue Darstellerin der Pia Sander, die bisher von Felicitas Woll gespielt wurde. Auch Krimi-Autorin Nele Neuhaus hat in der Fußgängerzone von Königstein einen kurzen Auftritt. dpa

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