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Ein Betrunkener hat in einem ICE randaliert.

Skurrile Szenen

Betrunkener greift im ICE zum Feuerlöscher und schlägt zu - Bahn: "bisher einmalig"

Skurrile Szenen im ICE: Einem betrunkenen Mann ist der Zug zu schnell – deshalb greift er zum Feuerlöscher und schlägt zu.

Update, 18. März, 15:45 Uhr: Der Angriff eines Betrunkenen auf einen Lokführer ist aus Sicht der Bahn "bisher einmalig". Dennoch will der Konzern die Sicherheitsmaßnahmen "an aktuelle Anforderungen anpassen", wie eine Bahn-Sprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

"Der Vorfall vom Wochenende ist bisher einmalig - so etwas haben wir noch nie erlebt", sagte die Bahn-Sprecherin. Die Türen zu Führerständen seien grundsätzlich verschlossen und ohne spezielle Schlüssel nur von Innen zu öffnen. "Scheiben in Fenstern und Türen von Eisenbahnfahrzeugen sind aus Spezialglas und erfüllen gesetzlich vorgeschriebene hohe und eisenbahnspezifische Sicherheitsanforderungen." Die Sicherheitsmaßnahmen der Bahn würden "kontinuierlich weiterentwickelt und stets an aktuelle Anforderungen angepasst".

Erstmeldung vom 17. März, 14.19 Uhr: Mörfelden - Weil ein 30-jähriger Reisender aus Heidelberg der Meinung war, dass der ICE 9568 von Frankfurt nach Paris viel zu schnell unterwegs sei, musste der Zug am Sonntag gegen 7.30 Uhr, außerplanmäßig in Walldorf halten.

Kurz zuvor hatte sich im ICE skurrile Szenen abgespielt. Wie Reisende gegenüber der Bundespolizei angaben, hätte der Mann ohne Vorwarnung einen Feuerlöscher von der Wand genommen, sei dann zur Tür des Lokführers gegangen und hätte die Glasscheibe der Tür mit dem Feuerlöscher eingeschlagen, berichtet die Polizei.

Betrunkener attackiert Lokführer

Als die Scheibe zu Bruch ging, attackierte der Mann den sichtlich geschockten Lokführer ausschließlich verbal mit der Forderung die Geschwindigkeit zu verringern, da der Zug viel zu schnell fahren würde und er die vielen Reisenden im Zug retten muss.

Der Lokführer bremste den Zug ab und konnte so am Bahnsteig im Bahnhof Walldorf außerplanmäßig halten. Reisende hatten inzwischen telefonisch die Bundespolizeiinspektion Frankfurt alarmiert, sodass der Mann wenig später von einer Streife festgenommen werden konnte. Nachdem er zur Wache der Bundespolizei gebracht wurde, konnte bei ihm eine Atemalkoholkonzentration von 1,73 Promille festgestellt werden.

Lokführer muss Dienst abbrechen

Der unter Schock stehende Lokführer musste seinen Dienst abbrechen. Ein Ersatzlokführer fuhr den Zug zurück in den Frankfurter Hauptbahnhof, wo die etwa 400 Reisenden ihre Reise mit anderen Zügen fortsetzten. Reisende wurden bei dem Zwischenfall nicht verletzt.

Durch den Vorfall kam es bei insgesamt 18 Zügen zu Verspätungen. Gegen den Heidelberger hat die Bundespolizeiinspektion Frankfurt am Main ein Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Sachbeschädigung und Nötigung eingeleitet. (chw)

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