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Der tatverdächtige Ali B. versteckt sein Gesicht auf der Anklagebank.

 News-Ticker

Mordfall Susanna: Anwalt von Ali B. legt Revision ein 

Mordfall Susanna: Ali B. ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nun legt die Verteidigung Revision gegen das Urteil ein. 

  • Der Angeklagte Ali B. hat Susanna laut Gericht im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim vergewaltigt und anschließend heimtückisch getötet.
  • Ali B. gestand in Vernehmungen, Susanna getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestritt er.
  • Am 10. Juli ist Ali B. wegen Vergewaltigung und Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
  • Die Verteidigung hat Revision eingelegt.

Update, 17. Juli, 15:10 Uhr: Die Verteidigung des verurteilten Mörders Ali B. hat Revision gegen die lebenslange Haftstrafe im „Susanna“-Prozess eingelegt. Das teilte eine Sprecherin des Wiesbadener Landgerichts am Mittwoch mit. Das Gericht hatte es in seinem Urteilsspruch vorige Woche als erwiesen angesehen, dass der irakische Flüchtling das 14-jährige Mädchen aus Mainz vor gut einem Jahr in einem Waldgebiet in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hat.

Es wurde zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt - eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit für den 22-jährigen Ali B. so gut wie ausgeschlossen.

Lebenslängliche Haft für Ali B. 

U pdate, 11:30 Uhr: Ali B. habe weder Reue noch Mitgefühl gezeigt, wie es in der Urteilsbegründung des Wiesbadener Landgerichts heißt. "Eine Verantwortungsübernahme hätte das Geschehene nicht ungeschehen machen können" sagte der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk. Die Verteidigung hatte während der Verhandlung auf die "fehlende Sozialisierung" und den hohen Alkoholkonsum ihres Mandanten hingewiesen.  

Update, 9.37 Uhr: Das Urteil gegen Ali B. ist gesprochen. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht Wiesbaden stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Daher ist es unwahrscheinlich, dass der irakische Flüchtling nach dem Verbüßen der Haftstraße entlassen wird. 

Das Urteil folgte damit den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Das Landgericht sah es als erwiesen, dass der 22-Jährige Susanna vor mehr als einem Jahr in einem Waldgebiet in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und ermordet hat.

Zusätzlich muss Ali B. 50.000 Euro Schmerzensgeld an die Familie der ermordeten Susanna zahlen. 

Urteil gegen Ali B. heute erwartet 

Update, 10. Juli, 9.00 Uhr: Am heutigen Mittwoch soll ab 9.30 Uhr das Urteil im Fall Susanna gegen Ali B. verkündet werden. Bevor es soweit ist, werfen wir noch einmal einen Blick auf den Fall.

Update, 2. Juli, 16.58 Uhr: Die Verteidigung verzichtete in ihrem Plädoyer auf einen Antrag für ein konkretes Strafmaß. Rechtsanwalt Marcus Steffel hob in seinem Schlussvortrag jedoch hervor, dass Ali B. die Tat eingeräumt und Reue gezeigt habe. In seinem letzten Wort als Angeklagter bat der 22-Jährige die Mutter von Susanna um Entschuldigung. Er würde alles dafür tun, das Geschehene rückgängig zu machen, sagte Ali B. in der Verhandlung. Aber das könne er nicht. Er sei bereit, seine Strafe auf sich zu nehmen und diese bis zum letzten Tag abzusitzen. 

Der tatverdächtige Ali B. versteckt sein Gesicht hinter einem Aktenordner.

Die Mutter von Susanna sagte am Ende des Prozesses unter Tränen und von Weinkrämpfen geschüttelt, die Tat sei nicht wieder gut zu machen. Eine gerechte Strafe für Ali B. gebe es aus ihrer Sicht nicht. "Ich habe bereits lebenslänglich bekommen, obwohl ich keine Schuld trage." Susanna sei völlig sinnlos aus dem Leben geschieden. Die Nachricht ihres Todes sei der schlimmste Tag in ihrem Leben gewesen. Sie habe danach ein halbes Jahr das Zimmer von Susanna in ihrer Wohnung nicht betreten.

Urteil soll am 10. Juli verkündet werden

Die Nebenklage schloss sich dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft für eine lebenslange Freiheitsstrafe an und beantragte zudem eine Sicherungsverwahrung für den 22-Jährigen. Das Gericht kann in seinem Urteil  eine Sicherungsverwahrung anordnen, wenn die Kammer bei dem Angeklagten einen Hang zur Begehung weiterer Straftaten feststellt. Das Urteil will das Wiesbadener Landgericht am 10. Juli verkünden.

Update, 2. Juli, 13.37 Uhr: Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod der Mainzer Schülerin Susanna fordert die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten Ali B.. Vor dem Wiesbadener Landgericht beantragte die Anklagevertretung am Dienstag, wegen des Mordes an dem 14-jährigen Mädchen für den irakischen Flüchtling die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren wäre damit so gut wie ausgeschlossen. 

Der Angeklagte habe ein Verbrechen begangen, das an Abscheulichkeit kaum zu überbieten sei, erklärte die Staatsanwältin. Susanna sei ein willkürliches Opfer von Ali B. für die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse gewesen. Es sei nicht die Tat eines traumatisierten Flüchtlings gewesen, sagte sie. Der Angeklagte sei kaltblütig vorgegangen und habe ein Leben ausgelöscht, das in seinen Augen keinen Wert gehabt habe. 

Ali B. ist angeklagt, Susanna vor mehr als einem Jahr im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim vergewaltigt und ermordet zu haben. Zum Prozessauftakt hat der 22-Jährige gestanden, die Schülerin getötet zu haben. Eine Vergewaltigung bestreitet der Angeklagte. Ali B. hatte sich nach dem Tod von Susanna mit seiner Familie in seine Heimat abgesetzt. Im kurdisch kontrollierten Nordirak wurde er jedoch wenige Tage danach gefasst und von der Bundespolizei nach Deutschland zurückgebracht.

Angeklagter soll Raubüberfall im Kurpark begangen haben

Update, 29. Mai, 15.02 Uhr: Der mutmaßliche Mörder der Mainzer Schülerin Susanna, Ali B., soll im April des vorigen Jahres einen Mann im Wiesbadener Kurpark überfallen und ausgeraubt haben. Zwei Männer hätten ihn um Zigaretten gebeten, sagte ein Zeuge am Mittwoch vor dem Landgericht Wiesbaden. Anschließend hätten sie ihn angegriffen und ihn mit einem Messer bedroht. Sie hätten ihm seine Tasche und sämtliche Wertgegenstände abgenommen. "Ich hatte Angst", sagte der 22-Jährige. Ali B. habe ihm mit dem Messergriff auf den Kopf geschlagen, ihn gewürgt und ihn gezwungen, seine Hose auszuziehen. Dabei sei ihm die Flucht gelungen.

Im Gerichtssaal und bei der Polizei konnte der Zeuge den Angeklagten Ali B. als Angreifer identifizieren. Auch der Name "Ali" sei während der Tat gefallen. Das 22-jährige Opfer erlitt Verletzungen am Kopf und am Auge sowie Würgemale am Hals. Er wurde in einem Krankenhaus behandelt. "Ich gehe seitdem nicht mehr in den Kurpark", berichtete der Mann.

Update, 29. Mai, 9.22 Uhr: Im Prozess um den Mord an der Mainzer Schülerin Susanna wird es am Mittwoch (29.5.) um einen Raub gehen, den der Angeklagte Ali B. im April des vorigen Jahres begangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-jährigen Iraker vor, einen Mann im Wiesbadener Kurpark mit Waffengewalt überfallen und ihm unter anderem seine Bankkarte, ein Smartphone und weitere Wertgegenstände gestohlen zu haben. Die Anklage wurde wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Nötigung erhoben. Die Tat wird gemeinsam mit dem Mord an Susanna verhandelt.

Update, 22. Mai, 15.45 Uhr: Der im Mordfall Susanna Angeklagte Ali B. soll einem Mithäftling gegenüber den Mord und die Vergewaltigung der Mainzer Schülerin zugegeben haben. Ali B. habe explizit das Wort Vergewaltigung benutzt, erklärte der Mitgefangene am Mittwoch vor dem Landgericht Wiesbaden. Vor Gericht habe der 22-Jährige jedoch von einvernehmlichem Sex gesprochen, um eine mildere Strafe zu bekommen.

Der Mitgefangene hatte sich in einem Brief an die Staatsanwältin gewandt und war daraufhin als Zeuge vorgeladen worden. Er erhoffe sich von seiner Aussage eine gerechte Strafe für Ali B. und eine mildere Beurteilung in seinem eigenen Fall, sagte der 25-Jährige.

Mordfall Susanna: Ali B. bestreitet Vergewaltigung bis heute

Ali B. hatte zum Prozessauftakt gestanden, die 14-jährige Susanna vor genau einem Jahr zwischen dem 22. und 23. Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Den weiteren Vorwurf der Vergewaltigung bestritt der irakische Flüchtling.

Am Vormittag berichtete eine weitere Freundin des Angeklagten über ihre Beziehung zu Ali B. Die Zeugin schilderte den Iraker als teils aufbrausenden, aber auch respektvollen Freund. Ihr gegenüber sei er nicht gewalttätig geworden. Er habe jedoch andere Mädchen häufiger als "Schlampen" bezeichnet. Zwei Schwestern von Ali B., die als Zeuginnen geladen waren, wollten keine Aussagen machen.

Ali B. im Gerichtssaal.

Update, 22. Mai, 6.31 Uhr: Im Prozess um den Mord an der Mainzer Schülerin Susanna sollen vor dem Landgericht Wiesbaden am Mittwoch (9.30 Uhr) unter anderem zwei Schwestern des Angeklagten Ali B. befragt werden, die in Deutschland leben. Außerdem ist ein Mithäftling des irakischen Angeklagten als Zeuge geladen. Ali B. soll sich ihm anvertraut und dabei explizit von einer Vergewaltigung Susannas gesprochen haben. Der Mitgefangene hatte sich daraufhin an die Staatsanwaltschaft gewandt.

DNA-Spuren führen zu Ali B. und einem Unbekannten

Update, 7. Mai, 15.15 Uhr:  Auf der Jacke der getöteten Mainzer Schülerin Susanna sind DNA-Spuren des Angeklagten Ali B gewesen. Zudem wurde die DNA einer weiteren, aber unbekannten männlichen Person entdeckt. Ein entsprechendes Gutachten des hessischen Landeskriminalamtes wurde am Dienstag im Mordprozess gegen Ali B. beim Landgericht Wiesbaden vorgestellt. Die DNA könnte zu einem Verwandten des Angeklagten gehören, so eine Hypothese des Gutachtens.

Der 22 Jahre alte Iraker Ali B. hatte zum Prozessauftakt gestanden, die 14-jährige Susanna im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Den weiteren Vorwurf der Vergewaltigung bestritt er. Möglicherweise habe Ali B. die Jacke um Susannas Hals geknotet und sie damit auf dem Rücken über den Boden geschleift, berichtete eine Rechtsmedizinerin. Für diese These sprächen auch die Erde, Steinchen und ein Kaninchenknochen in der Hose des Mädchens.

Seit dem 19. März steht Ali B. wegen einer weiteren Straftat vor dem Landgericht: Er soll zweimal eine Elfjährige vergewaltigt haben, bei einem Vorfall mit einem wesentlich jüngeren Mittäter. Dieser Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Verhandlung stehe noch am Anfang der Beweisaufnahme, erklärte ein Gerichtssprecher. Bis Ende Mai seien fünf Verhandlungstage vorgesehen.

Ali B. im Gerichtssaal. 

Mordfall Susanna: Gutachter und Polizisten sagen aus

Update, 7. Mai, 6.27 Uhr:  Im Prozess um den Mord an der Mainzer Schülerin Susanna sollen vor dem Landgericht Wiesbaden am Dienstag Polizisten und Gutachter befragt werden. Insgesamt sind drei Gutachter und zwei Polizisten als Zeugen geladen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Zwei Gutachter sollen über den Fundort der Leiche berichten. Eine Rechtsmedizinerin wird sich darüber hinaus mit den Aussagen des Angeklagten Ali B. befassen.

Update, 30. April, 16.15 Uhr:Der Prozess um den Mord an der Schülerin Susanna wurde am Dienstag fortgesetzt. Am Vormittag berichtete die Mutter des Opfers über die Zeit nach Susannas Verschwinden. "Für mich war jeder Tag der Horror", sagte sie. Mit ihrem Partner sei sie täglich in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt auf die Suche gegangen, in der Hoffnung, Susanna selbst oder Hinweise auf ihren Verbleib zu finden.

Die Mutter des Opfers beschrieb ihre Tochter als fröhliches, aber schüchternes Kind. "Sie war eine starke Persönlichkeit", sagte die Zeugin. Sie hätten ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis zueinander gehabt, zumal Susanna ohne Vater aufgewachsen sei.

Mutter von Susanna: 14-Jährige war glücklich

In Sachen Jungs sei Susanna sehr zurückhaltend gewesen. Die 14-Jährige sei glücklich gewesen, in Wiesbaden neue Freunde rund um Ali B. gefunden zu haben, erklärte die Mutter. Nur ihre unglückliche Liebe zum jüngeren Bruder des Angeklagten habe sie manchmal traurig gemacht. Susanna habe sich deswegen selbst verletzt. Auch weil Susanna anfing, die Schule zu schwänzen, suchte die Mutter Hilfe beim Jugendamt und einem Kinder- und Jugendpsychologen.

Für die Nacht, in der sich die Tat ereignete, habe Susanna gefragt, ob sie bei einer Freundin übernachten dürfe, berichtete die Mutter. Sie sei nicht begeistert gewesen, habe jedoch zugestimmt. "Das war mein Fehler, den ich mir bis heute nicht verzeihen kann", sagte sie. Laut Zeugenaussagen während der Verhandlung verbrachte Susanna den Abend mit Ali B.

Unter Tränen berichtete die Zeugin von ihrem heutigen Leben ohne Susanna. "Ein Teil von mir ist auch gestorben, aber ich muss kämpfen", sagte die 45-Jährige. Ihr sei es wichtig, Susannas Würde wiederherzustellen und für ihre zweite, jüngere Tochter da zu sein. Zwei bis drei Mal die Woche gehe sie auf den Friedhof zu Susannas Grab.

Update, 30. April, 14.56 Uhr: Im Mordprozess gegen Ali B. um den gewaltsamen Tod der Mainzer Schülerin Susanna könnte ein Mithäftling des Angeklagten als weiterer Zeuge gehört werden. Der Mitgefangene habe sich in einem Brief an sie gewandt, berichtete Staatsanwältin Sabine Kolb-Schlotter am Dienstag vor dem Landgericht Wiesbaden. Ali B. habe ihm gegenüber explizit von einer Vergewaltigung Susannas gesprochen. Er habe außerdem zugegeben, beim Vergraben ihrer Leiche zwei Helfer gehabt zu haben. Das Gericht wird nun entscheiden, ob der Mithäftling als Zeuge gehört wird.

Ali B. hatte zum Prozessauftakt gestanden, die 14-jährige Susanna im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Den weiteren Vorwurf der Vergewaltigung bestritt der 22 Jahre alte Iraker. Die Leiche von Susanna war nach einer großen Suche am 6. Juni 2018 in einem kleinen Wald gefunden worden.

Am Vormittag berichtete die Mutter des Opfers über die Zeit nach Susannas Verschwinden. "Für mich war jeder Tag der Horror", sagte Diana Feldmann. Die Mutter des Opfers beschrieb ihre Tochter als fröhliches, aber schüchternes Kind. Sie hätten ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zueinander gehabt.

Update, 30. April, 10.06 Uhr: Im Mordprozess gegen Ali B. um den gewaltsamen Tod der Mainzer Schülerin Susanna wird am Dienstag (9.30 Uhr) die Zeugenaussage der Mutter des Mädchens erwartet. Sie verfolgt die Hauptverhandlung bislang als Nebenklägerin. Als weitere Zeugen werden zwei Mitglieder der Wiesbadener Cliquen des Angeklagten oder des Opfers erwartet. Außerdem will der Richter zwei Sachverständige der Rechtsmedizin befragen.

Der irakische Flüchtling Ali B. soll Susanna im Mai 2018 vergewaltigt und erwürgt haben. Zum Prozessbeginn hatte der 22-Jährige gestanden, dass Mädchen getötet zu haben. Eine Vergewaltigung bestritt er.

Update, 10. April, 12.46 Uhr: Der wegen Mordes an der Mainzer Schülerin Susanna (14) angeklagte Ali B. soll in der Nacht von deren Tod noch Kontakt mit seiner Freundin gehabt haben. Das sagte die 17-Jährige als Zeugin vor dem Landgericht Wiesbaden. Ali B. habe sie an dem fraglichen Abend zunächst nach Hause begleitet. In der Nacht habe sie mehrere Male versucht, ihren Freund zu erreichen. Er habe ihr nur gesagt, es sei etwas vorgefallen, sagte die Jugendliche.

Ali B. drohte Susanna zu töten, sollte sie nicht mit ihm schlafen

Update, 8. April, 16.09 Uhr:Der wegen Mordes an der Mainzer Schülerin Susanna angeklagte Ali B. soll nach Aussage eines Zeugen damit gedroht haben, das Mädchen zu töten, sollte sie nicht mit ihm schlafen. Ali B. habe Susanna nicht in Ruhe lassen wollen, berichtete der Zeuge am Montag vor dem Landgericht Wiesbaden aus einem Gespräch mit dem Angeklagten. Der 22-Jährige habe ihn zudem einmal mit einem Messer bedroht. Der Zeuge wiederholte damit seine Aussagen von Ende März.

Der irakische Flüchtling Ali B. soll die 14 Jahre alte Susanna aus Mainz im Mai 2018 in Wiesbaden vergewaltigt und ermordet haben. Zum Prozessauftakt hatte er zugegeben, das Mädchen getötet zu haben. Die Vergewaltigung bestreitet er.

Der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alte Zeuge hatte bei der Suche nach Susanna der Polizei den entscheidenden Hinweis auf Ali B. gegeben. Er hatte sich erst an die Behörden gewandt, nachdem sich Ali B. mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt hatte. Bei den damaligen Befragungen hatte er der Polizei gesagt, Angst vor der Familie B. zu haben. In einem weiteren Verfahren, bei dem es um die Vergewaltigung einer Elfjährigen geht, sitzen Ali B. und dieser Jugendliche gemeinsam auf der Anklagebank.

Ali B. ließ über seinen Verteidiger berichten, er habe den Jugendlichen nie mit einem Messer bedroht. Wie schon bei der ersten Aussage des Jugendlichen vor Gericht Ende März musste Ali B. am Montag den Saal vorübergehend verlassen, um den Zeugen nicht einzuschüchtern. Ali B. verfolgte die Vernehmung von einem anderen Zimmer aus per Video- und Audioübertragung. Vor und im Saal waren die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft worden. Vergangene Woche hatte die Mutter einer jungen Zeugin den Angeklagten mit einem zusammengeklappten Regenschirm attackiert. Die Justizbeamten gingen dazwischen und geleiteten die Frau aus dem Raum.

Attacke im Gerichtssaal - Frau greift Ali B. an 

Update, 3. April, 16:32 Uhr: Der Angeklagte im Mordfall "Susanna", Ali B., hat nach den Aussagen von Zeuginnen auch den Kontakt mit anderen Mädchen aus der Clique der Mainzer Schülerin gesucht. Der 22-Jährige habe sie angeschrieben und nach intimen Fotos gefragt, sagte eine 15 Jahre alte Freundin von Susanna vor dem Landgericht Wiesbaden. Sie habe Angst vor Ali B. gehabt. Die Mutter einer anderen jungen Zeugin attackierte im Gerichtssaal mit einem zusammengeklappten Regenschirm den Angeklagten. Die Justizbeamten gingen dazwischen und geleiteten die Frau aus dem Raum. Ali B. zeigte sich von dem Angriff unbeeindruckt.

Ali B. verbirgt auf der Anklagebank sein Gesicht vor den Kameras der Journalisten. Susanna soll vor ihm Angst gehabt haben.

Zwei Zeuginnen berichteten vor Gericht, ein anderer Jugendlicher habe ihnen nach der Tat erzählt, er habe gemeinsam mit einem Bruder von Ali B. beim Vergraben der Leiche geholfen. Er habe den Mädchen zugleich gedroht, ihnen geschehe dasselbe wie Susanna, falls sie zur Polizei gehen sollten.
Der von den Zeuginnen zitierte Jugendliche ist laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alt. Er hatte den Ermittlern im Mordfall Susanna den entscheidenden Hinweis zum mutmaßlichen Täter gegeben. Der Junge steht in einem weiteren Verfahren zusammen mit Ali B. vor Gericht. Dabei geht es um die Vergewaltigung einer Elfjährigen

Susanna hatte Angst vor Ali B. - War 14-Jährige unglücklich verliebt?

Update, 2. April, 16:46 Uhr:Die gewaltsam ums Leben gekommene Schülerin Susanna aus Mainz hatte nach Zeugenaussagen Angst vor dem wegen Mordes angeklagten Ali B. Die 14-Jährige sei von ihm auch "angefasst" worden, obwohl sie dies nicht gewollt habe, berichteten mehrere Zeuginnen vor dem Landgericht Wiesbaden.

Ali B. sei dabei betrunken gewesen und habe Drogen genommen gehabt, meinte eines der Mädchen. Die Zeuginnen erzählten, Susanna sei unglücklich in den jüngeren Bruder von Ali B. verliebt gewesen. Dieser habe in ihr eher eine Schwester als eine Freundin gesehen. Die vier Mädchen aus Wiesbaden gehören zum Bekanntenkreis des Opfers.

Update, 28. März, 15:01 Uhr: Der mindestens 14 Jahre alte Zeuge hatte bei der Suche nach der verschwundenen Susanna den entscheidenden Hinweis auf den Fundort ihrer Leiche und auf Ali B. gegeben. Er hatte sich erst an die Behörden gewandt, nachdem sich Ali B. mit seiner Familie in den Nordirak abgesetzt hatte. Als Zeuge im Susanna-Prozess beantwortete der Jugendliche die Fragen des Richters erst zögerlich - vor allem, wenn es um Ali B. ging. Erst als der 22-Jährige den Gerichtssaal verlassen hatte, redete der Jugendliche fließender und sogar teils auf Deutsch.

Viele aus der Clique hatten Angst vor Ali B. 

Ali B. habe Susanna bei mehreren Gelegenheiten vor der Tat befummelt, das Mädchen habe Angst vor dem Angeklagten gehabt, erzählte der Zeuge. Bei einer Busfahrt habe Ali B. zu ihm gesagt, dass er Susannas Körper sehr anziehend fände. Sollte sie nicht mit ihm schlafen, dann brächte er sie um, berichtete der Zeuge aus dem Gespräch mit dem Angeklagten.

Viele aus der Clique hätten Angst vor Ali B. gehabt, der manchmal sehr aggressiv geworden sei, wenn er Alkohol getrunken habe. Auch er selber sei von dem Angeklagten einmal mit einem Messer bedroht worden, sagte der Jugendliche. Der Prozess wird am 2. April fortgesetzt.

Ali B. muss Gerichtssaal verlassen - Hat Zeuge Angst vor ihm?

Update, 28. März, 12:33 Uhr: Weil er womöglich einen wichtigen Zeugen einschüchtern könnte, ist der Angeklagte im Mordfall Susanna, Ali B., vorübergehend von der Hauptverhandlung im Gerichtssaal ausgeschlossen worden.

Der 22-Jährige dürfe die Vernehmung im Landgericht Wiesbaden von einem Zimmer aus per Video- und Audioübertragung verfolgen, erklärte der Vorsitzende Richter in der Verhandlung am Donnerstag. Der Zeuge, der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alt ist, mache einen "angsterfüllten" Eindruck. Womöglich sage er nicht die Wahrheit, solange der Angeklagte mit im Raum sei.

Ali B. spricht am Tatort über den Mord.

Ali B. kehrt zum Tatort zurück - so spricht er über den Mord

Update, 27. März, 16:54 Uhr: Im Mordprozess um die getötete Schülerin Susanna aus Mainz hat ein Polizist über die Tatrekonstruktion berichtet. Ali B. habe sich dabei kooperativ gezeigt, sei aber kaum emotional geworden, erklärte der Beamte am Mittwoch vor dem Landgericht Wiesbaden.

Er habe fast kühl gewirkt und keine Betroffenheit gezeigt. In dem Video wurde deutlich: Um den Hals der toten 14-Jährigen hatte Ali B. eine Jacke geknotet. Diese nutzte er, um die Leiche zu dem Grab zu schleifen, das er zuvor ausgehoben hatte. Die Situation wurde mit Hilfe einer Puppe nachgestellt. Er sei überrascht gewesen über den Ort, wo die beiden Sex gehabt haben sollen, erklärte der Polizist. Dieser sei in der Vernehmung als grüne Wiese beschrieben worden, habe sich jedoch während der Rekonstruktion als dichtes Gestrüpp erwiesen.

Update, 27. März, 15:25 Uhr: Für fast eine Stunde kehrt Ali B. an den Ort zurück, wo er die 14-jährige Schülerin Susanna umgebracht haben soll. Ein zugiger Ort neben einem Bahngleis in der Nähe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim, überall Gestrüpp, Büsche und Bäume.

Das Gericht will sich mit dem Ortstermin einen Überblick über die Verhältnisse vor Ort verschaffen und das mit den Aussagen des 22-Jährigen im Prozess abgleichen. Im Vordergrund steht nicht die Schilderung der Tat, sondern, wie weit die Plätze voneinander entfernt sind, ob eine Stelle für einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zwischen Gestrüpp, Büschen und dem einspurigen Bahngleis vorstellbar ist und ob es realistisch scheint, die Leiche des Mädchens in dem Gelände zu transportieren. Auch der Boden wird begutachtet: Kann eine Person alleine ohne große Hilfsmittel ein Erdloch für eine Leiche ausheben?

Begleitet von zwei maskierten Polizeibeamten wird der wegen Mordes an der 14-jährigens Susanna angeklagte Ali B. entlang einer Eisenbahnstrecke bei Erbenheim geführt. Links neben ihm sein Verteidiger Marcus Steffel, mit dem gelben Kragen sein zweiter Verteidiger Martin Reineke. Dahinter ein Dolmetscher.

Ali B. spricht sachlich und emotionslos

Wie Ali B. sein Handeln in der Tatnacht schildert, ist nicht zu sehen. Die mehrköpfige Gruppe verschwindet immer wieder hinter Bäumen, ist oft mehrere Minuten gar nicht zu sehen. Lediglich die bewaffneten Polizisten, die die Gegend weiträumig absichern, weisen auf die Stelle hin. Im Anschluss an den Termin berichtet die Staatsanwältin in dem Verfahren jedoch von einer sehr sachlichen und emotionslosen Schilderung des Angeklagten. Vom Sachverhalt habe der Termin keine neuen Erkenntnisse gebracht.

Update, 27. März: Im Mordprozess um die getötete Schülerin Susanna aus Mainz kehrt der mutmaßliche Täter Ali B. an den Tatort zurück. Der 22-Jährige hatte sich bereit erklärt, den Prozessbeteiligten bei einem Ortstermin in Wiesbaden-Erbenheim mehrere Stellen in der Nähe von Bahngleisen zu zeigen. Dabei geht es unter anderem um die genauen Orte, wo Susanna gestorben und ihre Leiche versteckt worden sein soll. Ihre Leiche war am 6. Juni 2018 in einem Erdloch neben der Bahnstrecke gefunden worden. 

Rechtsmedizinerin erzählt erschütternde Details

Update, 22. März, 12.32 Uhr: Um den Hals der getöteten Susanna aus Mainz war der Ärmel einer Strickjacke geknotet. Das berichtete eine Rechtsmedizinerin am Freitag vor dem Landgericht Wiesbaden im Mordprozess gegen Ali B.. Der Strickjackenstoff habe sehr eng um den Hals gelegen. Offen blieb zunächst die Frage, ob das Mädchen womöglich mit dem Ärmel erdrosselt wurde, oder ob die Jacke erst nach der Tat um den Hals geknotet wurde - etwa, um die Leiche zu transportieren.

Mit Zetteln verdeckt der Angeklagte beim Betreten des Gerichtssaals sein Gesicht vor den Kameras der Journalisten. Links steht sein Verteidiger Martin Reineke. Der 22-jährige Flüchtling aus dem Irak muss sich wegen des Mordes und der Vergewaltigung der 14-jährigen Susanna aus Mainz vor dem Landgericht verantworten.

Die Rechtsmedizinerin erläuterte, an dem toten Mädchen hätten keine Spermaspuren nachgewiesen werden können. Dies könne daran liegen, dass es eine längere Zeitspanne gab zwischen dem Tod von Susanna und dem Fund der Leiche. Die Liegezeit wirkt sich nach den Worten der Expertin auch auf andere Spuren aus. Dazu zählen minimale Einblutungen am Kopf, die Hinweise für Würgeangriffe sind. Diese Spuren seien dann schwieriger oder nicht mehr zu erkennen.

Verteidigung legt Dokumente vor

Update, 19. März, 14.27 Uhr: Nach der Verhandlung sagte der Verteidiger des Afghanen, Michael Harschneck, Ali B. habe sich zur Person geäußert, der Mitangeklagte habe keine Aussage gemacht. Dabei werde es auch bleiben. Die Verteidigung habe Dokumente vorgelegt, aus denen sich ergebe, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch keine 14 Jahre alt war. Das sei bislang nicht berücksichtigt worden. Sein Mandant sei seit Ende 2015 oder Anfang 2016 in Deutschland. Er kenne Ali B. aus dem Flüchtlingsheim. Die beiden stünden in keinem Verhältnis zueinander.

Update, 19. März, 11.13 Uhr: Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-jährigen Ali B. im Vergewaltigungsprozess vor, das elf Jahre alte Mädchen Ende April 2018 in sein Zimmer in einer Wiesbadener Asylunterkunft gelockt und dort zum Sex gezwungen zu haben. Etwa einen Monat später sollen der irakische Flüchtling und der Mitangeklagte das Mädchen nacheinander in der Nähe eines Supermarkt-Parkplatzes vergewaltigt haben. Laut Staatsanwaltschaft soll der mitangeklagte Afghane die Elfjährige ein weiteres Mal im April oder Mai in einem Wald sexuell missbraucht haben. Bei diesem Übergriff sei auch ein Bruder von Ali B. dabei gewesen, der jedoch noch strafunmündig ist. Er soll das Mädchen ebenfalls vergewaltigt haben.

Mordfall Susanna: Ali B. schweigt vor Gericht

Update, 19. März, 10.41 Uhr: Im Prozess gegen Ali B. wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen ist vor dem Landgericht Wiesbaden nach etwa einer Stunde die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Der mutmaßliche Mörder der Mainzer Schülerin Susanna sitzt in diesem Verfahren gemeinsam mit einem Jugendlichen auf der Anklagebank, der laut Staatsanwaltschaft mindestens 14 Jahre alt ist. Die Vorsitzende Richterin Annette Honnef begründete den Ausschluss mit dem jugendlichen Alter des Angeklagten und des Mädchens. Es gelte in beiden Fällen eine besondere Schutzpflicht.

Monsoor Q. muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten.

Update, 18. März 2019, 10.35 Uhr: Nach dem Aufsehen erregenden Prozessauftakt um den Mord an der Schülerin Susanna aus Mainz ist die Verhandlung gegen Ali B. am Montag weiter gegangen. Vor dem Landgericht Wiesbaden wollte der Angeklagte seine Aussage am Morgen nicht fortsetzen. Der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk befragte den Iraker lediglich zu seiner Ausreise in die Heimat und seinem Asylverfahren. Ali B. war wenige Tage nach dem gewaltsamen Tod von Susanna mit seiner Familie in den Nordirak ausgereist. Die kurdischen Sicherheitsbehörden nahmen ihn dort fest und übergaben ihn der Bundespolizei. Sein Asylantrag war Ende 2016 abgelehnt worden. Am zweiten Prozesstag wurden außerdem die Zeugenaussagen von Polizeibeamten erwartet, die bei der Suche nach Susanna dabei waren und an dem Fundort der Leiche Spuren sicherten.

Mordfall Susanna: Ali B. entschuldigt sich bei Susannas Eltern

Update, 12. März 2019, 14.55 Uhr: Ali B. entschuldigte sich vor Gericht bei Susannas Eltern. "Bei der Mutter und beim Vater entschuldige ich mich", sagte der 22-Jährige. "Ich weiß, dass meine Entschuldigung nichts wieder gut machen kann." Seitdem er im Gefängnis sei, habe er verstanden, dass er etwas sehr Schlimmes getan habe, sagte der irakische Flüchtling.

Update, 12. März 2019, 14.48 Uhr: Susannas Mutter, die als Nebenklägerin in dem Prozess auftritt, kann während der Schilderungen des mutmaßlichen Mörders die Tränen nicht zurückhalten. Ganz in Schwarz gekleidet, beobachtet die Frau mit den langen schwarzen Haaren immer wieder minutenlang Ali B., wie der mit leiser Stimme, den Kopf zu seinem Übersetzer gewandt, seine Sicht der Dinge schildert. "Das ist sehr belastend für meine Mandantin", sagt die Nebenklageanwältin Petra Kaadtmann. Die Mutter sei in psychotherapeutischer Behandlung und habe sich lange auf das Verfahren vorbereitet.

Ali B. gesteht die Tötung: "Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte"

Update, 12. März 2019, 13.43 Uhr: Ali B. sagte vor Gericht, dass er die 14-jährige Susanna drei Monate vor der Tat über einen gemeinsamen Bekannten kennengelernt hatte. Sie hätten öfter Zeit miteinander verbracht, Musik gehört oder Hand in Hand spazieren gegangen. Er wusste aber nicht, wie alt sie sei, sagte der Iraker.

Update, 12. März 2019, 13.03 Uhr:Ali B. gesteht die Tötung der 14-jähriger Susanna. "Es wurde vor meinen Augen schwarz, dann kam es zu diesem Ereignis. Ich weiß nicht, wie das geschehen konnte", sagte der 22-Jährige am Dienstag vor dem Wiesbadener Landgericht laut Übersetzung des Dolmetschers. Anschließend habe er geschaut, ob das Mädchen noch am Leben ist, aber keinen Puls mehr gefühlt. Vor der Tat habe er einvernehmlichen Sex mit Susanna gehabt. Susanna habe zwar erst Nein gesagt, bei der zweiten Frage jedoch zugestimmt. Die Vergewaltigung bestreitet er, wie auch schon in Aussagen nach seiner Verhaftung.

Update, 12. März 2019, 11.29 Uhr: Ali B. hat angekündigt, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Das erklärte sein Verteidiger kurz nach Beginn der Hauptverhandlung. Der Auftakt der Verhandlung wurde von zahlreichen Kamerateams und Journalisten begleitet. Vor dem Zuschauereingang bildete sich eine lange Schlange. Das Gericht hatte die Sicherheitsvorkehrungen zum Prozess verschärft, die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Vor dem Gebäude versammelten sich rund ein Dutzend Menschen zu einer Mahnwache.

Update, 12. März 2019, 10.04 Uhr: Bereits vor Prozessbeginn treffen die ersten Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude ein. Sie tauchen wie angekündigt zu einer "Mahnwache" auf. Einzelne Demonstranten werden von der Polizei abgeführt, berichtet bild.de

Susanna schickte kurz vor ihrem Tod eine Notruf-WhatsApp

Update, 12. März 2019, 9.30 Uhr: Heute startet der Prozess gegen Ali B. Die Opferschutzorganisation Weißer Ring an appelliert an die Justiz, die Opfer nicht aus dem Blick zu verlieren. Oft stehe in der Verhandlung ausschließlich der mutmaßliche Täter im Fokus, die Opfer würden nur als Zeugen wahrgenommen, sagte ein Sprecher des Weißen Rings in Mainz.

Update 8. März 2019: Wiesbaden/Mainz - Kurz vor dem Prozessbeginn am kommenden Dienstag (12. März/09.30 Uhr) gibt es neue Erkenntnisse im Mordfall Susanna. Diese soll laut Anklageschrift kurz vor ihrem Tod eine Freundin per Whatsapp um Hilfe gebeten haben, weil Ali B. sie nicht gehen lassen wollte. Diese Freundin riet Susanna, dass sie schnell nach Hause kommen soll. Doch dort kam sie nie an. Ali B. wird vorgeworfen, die Schülerin in einem Waldstück nahe des Wiesbadener Stadtteils Erbenheim vergewaltigt und anschließend getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke als Mordmerkmal aus. Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni gefunden worden.

Mordfall Susanna: "Für den Tod meiner Tochter gibt es keine gerechte Strafe"

Wenige Tage vor dem Prozess um den Mord an der 14-jährigen Susanna aus Mainz hat die Mutter der Schülerin die Hoffnung auf ein faires Verfahren geäußert. "Für den Tod meiner Tochter gibt es keine gerechte Strafe", sagte die Mutter im Interview des am Donnerstag ausgestrahlten SWR-Politikmagazins "Zur Sache Rheinland-Pfalz". "Ich weiß, dass keine Strafe der Welt mir mein Kind zurückbringt. Aber dennoch hoffe ich, dass die Richter einfach die richtige Entscheidung treffen."

In dem am kommenden Dienstag (12.3./9.30 Uhr) vor dem Wiesbadener Landgericht beginnenden Prozess ist der irakische Flüchtling Ali B. angeklagt, das Mädchen vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Die Tat soll sich Ende Mai 2018 in einem Waldstück nahe dem Wiesbadener Stadtteil Erbenheim ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke als Mordmerkmal aus. Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni gefunden worden.

Verdächtiger hat die Tat bereits gestanden

Der zur Tatzeit 21 Jahre alte Tatverdächtige hat zugegeben, Susanna umgebracht zu haben. Die Vergewaltigung der 14-Jährigen bestreitet er. Ali B. sitzt seit dem 10. Juni in der JVA Frankfurt I. in Untersuchungshaft. Er muss sich in einem weiteren Verfahren vor dem Wiesbadener Landgericht auch noch wegen der mehrfachen Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verantworten. (dpa/chw)

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Anklage gegen Ali B.: Immer mehr erschütternde Details kommen ans Licht

Gegen Ali B. , der die 14-jährige Susanna im März 2018 getötet haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Wiesbaden nun Anklage erhoben. Die Anklage lautet auf Mord.

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