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Mordprozess nach Überfall: Angeklagter bestreitet Schuld

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Vor rund vier Jahren wurde ein vermögendes Ehepaar in seinem Haus in Frankfurt überfallen, vier Männer sind bereits verurteilt. Nun sitzt der fünfte mutmaßliche Täter vor Gericht, er war geflüchtet.

Frankfurt/Main - Zum Auftakt des Mordprozesses nach einem tödlichen Überfall auf ein vermögendes Ehepaar in Frankfurt hat der Angeklagte den Großteil der ihm angeklagten Straftaten bestritten. Er sei angesichts der Brutalität der anderen Männer schon kurz nach Beginn des Überfalls geflohen, sagte sein Rechtsanwalt am Mittwoch im Frankfurter Landgericht. Verabredet gewesen sei, die beiden älteren Menschen zu fesseln und dann ihr Haus zu durchsuchen, von einem solch brutalen Vorgehen sei nie die Rede gewesen. „Er war schockiert über das, was er sah, und wusste nicht, was er tun sollte.“ Den Tod des überfallenen Mannes bedauere der Angeklagte „außerordentlich“.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32-jährigen Moldawier unter anderem Mord und versuchten Mord aus Habgier vor. Er soll gemeinsam mit drei weiteren Männern am Abend des 9. Oktober 2017 vermummt und dunkel gekleidet zunächst über die hohe Mauer am Grundstück des Ehepaars geklettert sein und sich dort hinter Mülltonnen versteckt haben. Als das Ehepaar kam und die Alarmanlage ihres gut gesicherten Hauses ausgeschaltet hatte, griffen die Männer die beiden älteren Menschen an, drängten sie brutal ins Haus und malträtierten sie dort mit Schlägen sowie Tritten. Der 78 Jahre alte Schmuckhändler wehrte sich mit allen Kräften, laut Staatsanwaltschaft erlitt er „massive Schläge und Tritte“, auch gegen den Kopf. Er wurde schließlich bewusstlos und musste später von den Rettungskräften reanimiert werden, einen Tag später starb er in einer Klinik.

Seine gleichaltrige Frau war ebenfalls geschlagen und getreten worden, trotz ihrer Fesselung und mehrerer Knochenbrüche konnte sie sich geknebelt und blutüberströmt zur Tür bewegen, um der Polizei zu öffnen. Die Beamten nahmen drei der Täter noch im Haus im Stadtteil Griesheim fest. Diese sind ebenso wie ein weiterer Tatbeteiligter, der das Ehepaar ausgespäht hatte, bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der nun Angeklagte war seinen eigenen Angaben zufolge zwei Wochen nach der Tat nach Moldawien geflüchtet.

Im August 2021 wurde er in Russland festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er bei der Tat erst kurz vor Eintreffen der Polizei geflüchtet war und auch selbst den Schmuckhändler malträtiert hatte. So soll er dem alten Mann etwa den Ellenbogen gegen den Hals gedrückt und ihn in den Schwitzkasten genommen haben. Die Schwurgerichtskammer hat bis in den kommenden März terminiert. dpa

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