Justitia
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Vor einem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale.

Mordversuch: Mann nach Angriff mit Hantelstange verurteilt

Ein 33-Jähriger ist vom Hanauer Landgericht wegen versuchten Mordes an einer Frau zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Das Schwurgericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der Mann im September 2013 die damals 25-jährige Fußgängerin an einer Straße hinterrücks angegriffen und mit einer fast zwei Kilogramm schweren Hantelstange dreimal auf den Kopf geschlagen hatte.

Hanau - „Das war ein versuchter Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen“, sagte Landgerichtspräsidentin Susanne Wetzel in der Urteilsbegründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Frau hatte lebensgefährliche Schädelverletzungen erlitten und musste mehrere Monate behandelt werden. Nur durch einen Zufall habe das Opfer die Tat überlebt und heute nur noch wenige Spätfolgen, sagte Wetzel.

Zwei Jugendliche im Alter von 15 Jahren hatten damals einen Schrei gehört und waren zum Tatort geeilt. Sie versorgten das Opfer, alarmierten die Rettungskräfte und versuchten sogar, den Täter zu verfolgen, der jedoch zunächst spurlos verschwand. Das Verhalten der beiden inzwischen jungen Männer, die in dem Prozess ausgesagt hatten, bezeichnete das Gericht als „außergewöhnliche Zivilcourage“.

Über sieben Jahre hatten die Hanauer Polizei und das Hessische Landeskriminalamt vergeblich nach dem Täter gefahndet und den Fall 2015 auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ publik gemacht. Erst im Frühjahr 2021 hatte es nach einem Treffer in der DNA-Datenbank entscheidende Hinweise gegeben. Spuren vom Tatort stimmten mit der DNA des Angeklagten überein. Der Deutsche war im April in einer Münchner Therapieeinrichtung festgenommen worden, wo er sich wegen psychischer Probleme sowie Drogenmissbrauchs befand.

Der 33-Jährige hatte bereits zum Prozessauftakt die Tat in vollem Umfang gestanden und angegeben, er habe aus „Wut und Hass“ auf sich selbst und sein bisheriges Leben gehandelt. Opfer und Täter waren sich zuvor niemals begegnet. Mit dem Urteil entsprach das Schwurgericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, die beide auf versuchten Mord plädiert hatten. Der Angeklagte muss zudem ein Schmerzensgeld von 10.000 Euro an das Opfer zahlen. dpa

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