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Die ferngesteuerte Wasserkanone der Evonik-Betriebsfeuerwehr gestern beim Löschen von Schwelbränden. Fotos:

Brand schwelt noch

Waldbrand in Münster: Größte Gefahr sind Munutionsreste auf dem Gelände

Hunderte Feuerwehrleute bekämpfen seit Sonntagmittag einen Waldbrand auf dem ehemaligen Muna-Gelände. Seit Montagfrüh ist er unter Kontrolle. Die größte Gefahr geht von Munitionsresten aus.

Münster – Montagmittag: Auch 24 Stunden nach dem Entdecken des Waldbrandes auf dem ehemaligen Gelände der Munitionsanstalt (Muna) am Rande des Münsterer Ortsteils Breitefeld schwelt das Feuer immer noch. Sichtbar an den vielen kleinen Rauchsäulen, die vom sicheren Waldweg aus zu erkennen sind. Dort stehen die Einsatzkräfte der Feuerwehr und schießen Wasser aus Schläuchen und Kanonen in das zuweilen kohleschwarze Unterholz. Voraussichtlich bis Mittwoch werden bis zu jeweils 80 Feuerwehrleute in Acht-Stunden-Schichten im Wald unterwegs sein, um die Schwelbrände zu löschen und bei einem eventuellen Wiederaufflammen schnell eingreifen zu können, wie Horst Kuhnke von der Pressegruppe der Kreisfeuerwehrverbands berichtet.

Zwölf Kilometer Schläuche wurden für die Wasserversorgung verlegt.

Kein Vergleich zu dem Bild, das sich den Feuerwehrleuten um Münsters Gemeindebrandinspektor Florian Kisling bot, als sie Sonntagmittag nach der Alarmierung um 13.13 Uhr eintrafen und ihnen teilweise eine meterhohe Flammenwand entgegenschlug. „Wir haben erst vor zwei Woche ein Waldbrandszenario als Übung gehabt“, berichtete er gestern. Angesichts der Größe des Brandes, betroffen ist etwa eine Fläche von acht Hektar, sei schnell klar gewesen, dass weitere Kräfte nachalarmiert werden müssen. Bis zu 350 Feuerwehrleute aus den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Offenbach, Bergstraße, Odenwald und der Stadt Darmstadt waren schließlich mit der Brandbekämpfung beschäftigt.

Munitionsreste hemmen den Einsatz der Feuerwehr – Immer wieder Explosionsgeräusche

Neben dem sowieso schon hohen Temperaturen und dem Feuer waren es vor allem Munitionsreste auf dem einst von der Wehrmacht – später von den Amerikanern – genutzten Areals, die die Feuerwehren im Einsatz hemmten. Denn nach dem Sprengen der Munitionsbunker durch die Wehrmacht verstreute sich diese nicht nur im weiten Umkreis, sondern verfing sich auch in Bäumen, wie Kisling erläutert. Und so vernahmen die Brandbekämpfer immer wieder Explosionsgeräusche. „Es hört sich wie ein Feuerwerkskörper an, manchmal ist es auch einfach nur ein dumpfer Schlag“, sagte ein Feuerwehrmann.

Gemeindebrandinspektor Florian Kisling (links) war ein gefragter Mann.

Auch ein Grund, warum am Sonntagabend ein Flugfeldlöschfahrzeug der Fraport-Feuerwehr anrückte, um mit seiner weitreichenden Wasserkanone das Feuer – ohne Menschenleben in Gefahr zu bringen – zu bekämpfen. Die Werksfeuerwehr von Merck kam mit einem großen Tankzug an, um beim Sicherstellen der Wasserversorgung zu unterstützen. Zirka zwölf Kilometer an Schläuchen wurden zudem verlegt. Das Löschwasser kam dabei aus dem Hydrantennetz, aus den Seen im Freizeitzentrum und aus mit Grundwasser gefüllten Trichtern, die bei den Sprengungen entstanden sind. Landwirte und Privatunternehmen stellten Fässer und Tanklastwagen als Wasserreservoir zur Verfügung.

Und auch an Erfrischungen für die Feuerwehrleute mangelte es nicht. Zahlreiche Münsterer Bürger brachten etliche Getränkekisten an die provisorische Einsatzzentrale im Breitefeld.

Um ein Wiederaufflammen zu verhindern und Glutnester zu löschen, wird das Unterholz mit Wasser aus Schläuchen und Kanonen bespritzt.

Was den Brand in dem abgesperrten Gebiet letztlich ausgelöst hat, ist nach wie vor unklar. Die guten Nachrichten: Bislang gab es keine Verletzten zu beklagen, wie Kuhnke mitteilte. Und auf die geplante, teilweise Erschließung des Muna-Geländes für die Schaffung eines naturpädagogischen Angebots (wir berichteten vergangene Woche) wird der Brand keine Auswirkungen haben, teilt die Gemeinde mit.

Von Norman Körtge

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