Nachfolgeproblem in Hessens Mittelstand ist groß

Mittelständischen Firmenchefs in Hessen droht laut einer Studie ein ernstes Nachfolgeproblem, wenn sie aus Altersgründen die Leitung abgeben.

Mittelständischen Firmenchefs in Hessen droht laut einer Studie ein ernstes Nachfolgeproblem, wenn sie aus Altersgründen die Leitung abgeben. Die Lenker von kleinen und mittleren Unternehmen seien mit 51 Jahren im Schnitt vergleichsweise alt, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichen Studie der staatlichen Förderbank KfW. Rund 60 Prozent der Chefs seien älter als 50 Jahre. „Die Nachfolgeproblematik scheint im hessischen Mittelstand daher etwas dringlicher als in anderen Bundesländern zu sein”, schreiben die Autoren.

Das Nachfolgeproblem könnte mit der Berufung von Frauen möglicherweise gedämpft werden. Sie sind an den Spitzen der hessischen Mittelständlern unterrepräsentiert: In weniger als jeder sechsten Firma (15 Prozent) saßen Frauen auf dem Chefposten, zeigen die Zahlen für das Jahr 2016. Weniger Chefinnen gab es nur in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Berlin. Im bundesweiten Schnitt waren es 18 Prozent. Chefinnen gibt es demnach deutschlandweit besonders oft im Gastronomie- und Hotelgewerbe, im Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen sowie in Pflege, Aus- und Weiterbildung.

Die Mittelständler in Hessen haben indes in den vergangenen Jahren gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz der Firmen sei zwischen 2012 und 2016 im Schnitt um jährlich drei Prozent gestiegen, heißt es in der Studie. Die Beschäftigung wuchs um 2,9 Prozent pro Jahr. In Hessen gibt es danach verglichen mit anderen Bundesländern besonders viele wissensintensive Dienstleister wie Berater oder Anwälte.

(dpa)

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