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Die Flaggen von Deutschland und der Türkei.

Nächster Gerichtstermin für in Türkei inhaftierten Deutschen

Verdächtigt als Kämpfer einer Kurdenmiliz: Heute steht der seit mehr als acht Monaten in der Türkei inhaftierte Patrick K. aus Gießen zum zweiten Mal vor Gericht.

Verdächtigt als Kämpfer einer Kurdenmiliz: Heute steht der seit mehr als acht Monaten in der Türkei inhaftierte Patrick K. aus Gießen zum zweiten Mal vor Gericht. Beim Prozessauftakt vor drei Wochen hatte der Richter entschieden, die Anschuldigungen gegen K. (29) seien zu schwerwiegend für eine Freilassung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, Mitglied der in Syrien aktiven Kurdenmiliz YPG zu sein. Diese ist ein Ableger der PKK, die in der Türkei und in Europa als Terrororganisation gilt. Außerdem soll K. eine militärische Sperrzone betreten haben. Auf beides zusammen stehen bis zu 20 Jahre Haft.

Der Gerichtstermin fällt zusammen mit einem Besuch von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der Türkei, in den die türkische Regierung wegen der Konjunkturkrise im Land große Hoffnungen setzt. In den vergangenen Monaten waren im Zuge einer Wiederannäherung der Türkei an Deutschland einige Deutsche in U-Haft freigelassen worden oder hatten das Land verlassen dürfen. Aus „politischen Gründen” sind weiterhin fünf Deutsche in Haft. Einer davon ist Patrick K.

Im März war K. in einem Gebiet nahe der syrischen und irakischen Grenze aufgegriffen worden. In der Anklageschrift heißt es, „der Verdächtige” sei bereits zuvor in der YPG/PKK-Terrororganisation aktiv gewesen - es gebe eine „organische Verbindung” zwischen ihnen und Patrick K. Die Beweislage erscheint jedoch zumindest laut Anklageschrift dünn und teils widersprüchlich. Ein Zeuge will K. im Januar in einem syrischen Krankenhaus gesehen habe, wo er eine YPG-Uniform getragen und als Arzt gearbeitet haben soll. Seine Familie nennt das „blanken Unsinn”.

(dpa)

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