Die "Negerküsse" stehen schon lange im Kreuzfeuer der Sprach-Kritik. Jetzt wurden sie auch einem Manager des Thomas-Cook-Konzerns zum Verhängnis.
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Die "Negerküsse" stehen schon lange im Kreuzfeuer der Sprach-Kritik. Jetzt wurden sie auch einem Manager des Thomas-Cook-Konzerns zum Verhängnis.

Furore bei Thomas Cook

"Negerkuss" bestellt: Manager gefeuert

  • vonFelix Hormel
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Ein blöder Witz? Oder ein Fauxpas? Jedenfalls ging es arg nach hinten los ging: Ein Manager des Reiseveranstalters Thomas Cook bestellt mittags in der Kantine ausgerechnet bei einer dunkelhäutigen Mitarbeiterin einen "Negerkuss". Das Unternehmen reagiert und feuert den langjährigen Mitarbeiter.

Seine Mittagspause hatte sich ein Mitarbeiter des in Oberursel ansässigen Reiseunternehmens Thomas Cook sicher anders vorgestellt: Wie gestern zuerst die "Bild"-Zeitung berichtete wurde ein Manager, der bereits seit zehn Jahren für den Konzern tätig ist, fristlos entlassen, nachdem er in der Firmen-Kantine bei einer dunkelhäutigen Bedienung einen "Negerkuss" bestellt hatte.

Es gebührt der Etikette, auf diskriminierende Vokabeln zu verzichten. Solche sind besonders in der kulinarischen Sprache gar nicht selten. Man denke nur an das Zigeunerschnitzel. Ob solche sprachlichen "Reförmchen" überzogen oder zeitgemäß sind, darüber streiten Sprachbewahrer mit politisch Korrekten.

Den Thomas-Cook-Mitarbeiter jedenfalls hat die drastische Reaktion des Unternehmens auf den Eklat in der Kantine erschüttert. Er zog vors Frankfurter Arbeitsgericht – und bekam dort Recht. Da der unbescholtene Mann aus dem mittleren Management mehr als zehn Jahre ohne Beanstandungen gearbeitet habe, sei ohne vorherige Abmahnung weder eine außerordentliche fristlose noch eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt, befand das Arbeitsgericht.

Ein Thomas-Cook-Sprecher sagte, man werde vor weiteren Schritten die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Es habe sich aber um keinen einmaligen Vorfall gehandelt, sondern um eine fortgesetzte Provokation gegen die betroffene Person über einen längeren Zeitraum. Als multikulturelles Unternehmen setze sich Thomas Cook gegen jede Form der Diskriminierung ein. feh/dpa

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