Neue Frauenkommission im Bistum nimmt Arbeit auf

Die neugegründete Frauenkommission im Bistum Mainz hat ihre Arbeit aufgenommen und bei ihrer ersten Sitzung vier Sprecherinnen gewählt - jeweils zwei aus Hessen und zwei aus Rheinland-Pfalz. Bischof Peter Kohlgraf war an dem Austausch am Mittwochabend beteiligt, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Als mögliche Themen des neuen Beratungsgremiums nannte er Geschlechtergerechtigkeit, Verkündigung und Sprache aus Sicht der Frauen.

Mainz - Die tatsächliche Ausgestaltung wolle er aber den Frauen überlassen.

Die Darmstädterin Ina May, eine der vier Sprecherinnen, sagte: „Wir machen uns auf den Weg, ohne uns direkt festzulegen, was in zwei Jahren umgesetzt werden kann.“ Gewählt wurden außerdem Nicola Inés Diefenbach aus Eppertshausen (Kreis Darmstadt-Dieburg), Ursula Büsch aus Ingelheim-Heidesheim und Andrea Keber aus Nieder-Olm (Kreis Mainz-Bingen). Die Kommission versteht sich den Angaben zufolge als offen nach außen. Die nächste Sitzung findet am 29. Oktober statt und ist nicht öffentlich. Voraussichtlich im November soll eine Geschäftsführerin ihre Arbeit aufnehmen.

Die Rolle der Frauen im pastoralen Leben gehört derzeit neben dem Segnungsverbot des Vatikans für homosexuelle Paare, dem Pflichtzölibat und der Aufarbeitung von Fällen sexueller Gewalt zu den umstrittensten Themen in der katholischen Kirche. Viele Katholikinnen und Katholiken kritisieren schon seit Jahren eine Ungleichbehandlung von Frauen in der Kirche und fordern mehr Gleichberechtigung.

Die Frauenkommission ist die erste ihrer Art in der langen Geschichte des Bistums Mainz. Die zwölf Mitglieder dieses Gremium waren im Juni bei einer digitalen Frauenversammlung gewählt worden. Bischof Kohlgraf hatte damals die Erwartung geäußert, dass das Beratungsgremium einen wichtigen Beitrag für den Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland und auch darüber hinaus leisten könne. dpa

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