Salzbachtalbrücke
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Zahlreiche Bagger und Baufahrzeuge sind bei der Arbeit inmitten der Schuttberge.

Neue Salzbachtalbrücke: Erste Trümmerfelder geräumt

Der Weg für den Neubau ist so gut wie frei. Die Aufräumarbeiten an der gesprengten Salzbachtalbrücke der Autobahn 66 sind in vollem Gange. Nun kommt ein Spezial-Bohrer zum Einsatz.

Wiesbaden - Gut zwei Wochen nach der Sprengung der Salzbachtalbrücke in Wiesbaden liegen die Aufräumarbeiten im Zeitplan. Die Deutsche Bahn soll Anfang Dezember mit der Wiederherstellung der Bahnstrecke beginnen können. Spätestens am 4. Dezember solle das Baufeld an die Bahn übergeben werden, erklärte Matthias Achauer vom Brückenbau und Bauwerksmanagement der Autobahn GmbH am Montag in Wiesbaden. Ziel sei es, dass noch vor Weihnachten wieder Züge von und zum Hauptbahnhof Wiesbaden fahren können.

Im Bereich der Trasse von Bahn und Bundesstraße, die unter der Brücke durchliefen, seien die Trümmer bereits geräumt. Beton und Stahl würden zerkleinert, verladen und auf eine Deponie gebracht. Dort würden sie sortiert, um wiederverwendet zu werden. Der Beton etwa könne im Straßenbau Anwendung finden oder als Fundament für ein Einfamilienhaus.

Inklusive der Trümmer der Autobahnbrücke seien insgesamt 110.000 Tonnen zu bewegen, erklärte Achauer. Dafür seien etwa 5500 einzelne Lkw-Fahrten notwendig. Derzeit würden die aufgeschütteten Böden abgeräumt, die während der Sprengung der Brücke Anfang November als „Fallbett“ dienten. Der Sand werde verladen und unter anderem in ein Zwischenlager an der Autobahn 67 gebracht. Die Böden sollen im Autobahnbau wiederverwendet werden.

Parallel würden die Arbeiten an der Bundesstraße 263 weitergehen, die bis Mitte Dezember abgeschlossen sein sollen. „Wir haben hier gewissermaßen Schweizer Käse aus der Straße gemacht“, sagte Achauer. Die müsse nun wiederhergestellt, also asphaltiert werden.

Auch der Neubau der Salzbachtalbrücke wird bereits vorangetrieben. Dafür bohre sich derzeit ein Spezialgerät 46 Meter in die Tiefe. So soll laut Achauer die Grundlage für die neuen Brücken-Widerlager geschaffen werden. Die derzeitige Lücke der Autobahn 66 wird nach den Plänen der Autobahn GmbH frühestens 2023 mit einem Neubau geschlossen.

Die marode Brücke der A66 war Anfang November gesprengt worden. Insgesamt 15.000 Tonnen Abbruchmaterial aus Stahl und Beton müssen den Angaben zufolge verarbeitet werden. Mitte Juni war die Autobahnbrücke aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt worden, nachdem Betonteile von dem Bauwerk herabgefallen waren. In der Landeshauptstadt bildeten sich regelmäßig zähe Staus. Der Hauptbahnhof ist vom Zugverkehr so gut wie abgeschnitten, da fast alle Gleise unter der Brücke verlaufen.

Vor der plötzlichen Sperrung im Juni liefen an der Brücke bereits die Vorbereitungen für einen konventionellen Abriss ohne Sprengung. Die abgesackte Südbrücke befand sich nicht mehr unter Verkehr - der war bereits komplett auf die Nordbrücke umgeleitet worden. Nach Fertigstellung der neuen Brücke sollen den Autos sechs Spuren zur Verfügung stehen. dpa

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