Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof
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Gleise am Frankfurter Hauptbahnhof.

Neuer Fernzüge-Tunnel: Milliardenprojekt wird vorgestellt

Der Frankfurter Hauptbahnhof ist ein großer Verkehrsknoten, wegen Überlastung verursacht er aber häufig Verspätungen. Mit viel Geld will die Bundesregierung das Problem nun angehen. Der Plan: Fernzüge sollen die Mainmetropole künftig unterirdisch anfahren.

Frankfurt/Main - Ein neuer Tunnel mit Tiefbahnhof in Frankfurt soll den Zugverkehr bundesweit beschleunigen. Das Milliardenprojekt wird heute vorgestellt. Der Tunnel für Fernzüge soll vom Westen und von Osten auf den neuen Tiefbahnhof zulaufen, der unter dem Frankfurter Hauptbahnhof entstehen soll. Der Hauptbahnhof soll dann ausschließlich dem Regionalverkehr zur Verfügung stehen.

Als Kopfbahnhof verursacht der Frankfurter Hauptbahnhof bislang häufig Verspätungen mit bundesweiten Auswirkungen. Das Vorhaben soll die Engstelle auflösen. Die Bahn hatte im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in einer Machbarkeitsstudie untersuchen lassen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein zweigleisiger Fernbahntunnel technisch machbar ist. Untersucht wurde auch der günstigste Verlauf der Röhre - südlich oder nördlich des Mains.

Die Ergebnisse sollen nun vorgestellt werden. Als im September 2019 die Machbarkeitsstudie angekündigt worden war, war von Kosten in Höhe von knapp 3,6 Milliarden Euro die Rede. Vor 2035 sei nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen, hatte es geheißen. Im Ergebnis sollen Fernzüge bis zu acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren. „Der Tunnel ist ein zentraler Baustein für den klimafreundlichen Schienenverkehr und den Deutschlandtakt“, erklärte die Bahn vorab.

Um 17 Uhr ist am Montag eine zweistündige, digitale Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger geplant. Es gab schon mehrmals Entwürfe für einen Tiefbahnhof in Frankfurt. Vor 25 Jahren etwa war das Projekt „Frankfurt 21“ diskutiert worden - ähnlich wie in Stuttgart sollte der Kopfbahnhof damals durch einen Tiefbahnhof ersetzt werden. Das Vorhaben wurde im Jahr 2001 wegen mangelnder Finanzierung zu den Akten gelegt. Die jetzige Planung orientiert sich am Zürcher Vorbild, wo ebenfalls ein Tunnel unter dem oberirdischen Kopfbahnhof entstanden ist.

In einer Resolution sprachen sich 19 Verbände, Kommunen, Organisationen und Unternehmen für das Vorhaben aus, darunter die Verkehrsverbünde RMV und NVV, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Fahrgastverband Pro Bahn. Die Fahrtzeit von Fernzügen werde verkürzt und Kapazitäten für zusätzlichen Regionalverkehr frei gemacht, heißt es in dem Text. Auch der Güterverkehr profitiere durch die Beseitigung des Nadelöhrs Frankfurt.

„Mit einer solchen Ergänzung zum oberirdischen Frankfurter Hauptbahnhof sind die zukünftigen Anforderungen an einen leistungsstarken Eisenbahnverkehr erreichbar“, heißt es in der Resolution. Die Schieneninfrastruktur sei schon heute überlastet, weshalb ein Ausbau des Frankfurter Knotens auch für ein Wachstum des Nahverkehrs unbedingt erforderlich sei. Andere geplante Ausbau-Maßnahmen dürften aber weder gefährdet noch verzögert werden. dpa

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