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Neuer Fresenius-Chef verspricht Tempo bei Neuausrichtung

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Fresenius-Chef Sen
Michael Sen spricht bei einem Festakt zur Eröffnung der Healthineers-Zentrale in Bayern. © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

Der neue Fresenius-Chef Michael Sen hat schnelle Ergebnisse bei der Neuausrichtung des kriselnden Gesundheits- und Klinikkonzerns versprochen. „Wir schieben nichts auf die lange Bank. In der Taktung der nächsten Monate, der nächsten Quartale, muss der Markt Konturen sehen, wo die Richtung des Unternehmens hingeht“, sagte Sen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Bad Homburg - Das sei schließlich einer der Kritikpunkte gewesen. „Was ist die Richtung, wofür steht das Unternehmen? Das war unklar“, kritisierte der 53-jährige Manager, der seit 1. Oktober an der Spitze des Dax-Konzerns steht.

Fresenius mit gut 37 Milliarden Euro Umsatz 2021 steckt in unruhigen Zeiten. Nach mehreren Gewinnwarnungen hatte Sen Vorgänger Stephan Sturm abgelöst. Dieser hatte eine unglückliche Debatte über die Fresenius-Aufstellung angestoßen: So hatte er die Vorteile eines breiten Konzerns betont, zugleich aber die Suche nach Investoren für eine Beteiligung an der Kliniktochter Helios eingeläutet und sich offen für einen Verkauf des Fresenius-Anteils an FMC gezeigt. Fresenius hat in den vergangenen Jahren unter der Corona-Pandemie gelitten: Planbare Behandlungen in Kliniken mussten verschoben werden und viele Patienten bei FMC starben an Corona. Über fünf Jahre verloren Fresenius-Aktien rund 70 Prozent an Wert

Zuletzt gab es auch Berichte, dass der aktivistische US-Investor Elliott bei Fresenius eingestiegen sei und womöglich auf eine Aufspaltung der komplexen Konzernstruktur dringe. Sen bestätigte nun, dass es mit Elliott „bereits einen Kontakt“ gegeben habe. „Deren Meinung hinsichtlich des Potentials des Unternehmens werden wir, wie die anderer Aktionäre, in unsere Überlegungen einbeziehen.“ An der Fresenius-Struktur mit den Sparten Dialyse, Flüssigarzneien, Kliniken und Servicegeschäft gab es immer wieder Kritik von Investoren.

Sen sieht die auf hohen Schulden basierende Wachstumsstrategie von Fresenius zudem unter den aktuellen Bedingungen und der Zinswende am Ende: „In der Vergangenheit ist alles gewachsen, und es hat Rückflüsse gegeben. Aber dieses Modell ist nicht mehr tragfähig.“ dpa

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