Neues Konzept zum Schutz bedrohter Arten in Frankfurt

Feldhamster und Nymphenfledermaus: Seltene und bedrohte Arten sollen in Frankfurt besser geschützt werden. Das Umweltamt stellte dazu am Freitag ein Arten- und Biotopschutzkonzept vor, das in jahrelanger Datensammlung entstanden ist und für die verschiedenen Flächen der Stadt Bewertungen beinhaltet. Dazu zählen der Stadtwald, Parks und andere Grünanlagen ebenso wie Autobahnen, Gleisanlagen und das Mainufer.

[Frankfurt/Main - ]Teilweise seien die Ergebnisse überraschend, sagte der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Volker Rothenburger. So habe sich der Frankfurter Flughafen als wertvolles Gebiet für mehrere Arten erwiesen, da es sich um einen relativ zusammenhängenden Komplex - sogenannten Magerrasens - handele. Er beherberge das größte Vorkommen an Feldlerchen der Stadt. Die Gleisanlagen vor dem Hauptbahnhof seien wertvoller Lebensraum für Mauer- und Zauneidechsen.

Insgesamt 59 hochgefährdete Tierarten sind als „Verantwortungsarten“ eingestuft worden, für die die Mainmetropole hessenweit ein Hauptverbreitungsgebiet ist. Darunter befinden sich Feldhamster und Nymphenfledermaus. Das Konzept zeige, dass Städte Rückzugsgebiete geworden seien, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Auf Grundlage des mehr als 1300 Seiten umfassenden Konzepts sollen nun Schutzmaßnahmen geplant und umgesetzt werden.

Wichtig sei, einzelne artenreiche Gebiete miteinander zu vernetzen, sage Heilig. Potenzial hierzu besteht der Datensammlung zufolge beispielsweise entlang der Autobahnen, die Frankfurt durchkreuzen. Wenn die Böschungen entsprechend gestaltet werden, könnten Eidechsen und andere Tiere an der Straße entlang von einem Verbreitungsgebiet ins nächste gelangen. Gleiches gelte für Bahngleise und das Mainufer. Das Konzept soll zudem bei Bauplanungen zugrunde gelegt werden und etwa Ausweichgebiete für Arten zeigen, die umgesiedelt werden müssen. [dpa]

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