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Wenn es in der hessischen Gastronomie Beanstandungen gibt, erfahren die Bürgerinnen und Bürger über eine Plattform im Internet davon.

Hygienemängel

Wo es nicht so sauber zugeht

Die Internetseite des Landes Hessen listet konkrete Hygieneverstöße in Betrieben auf.

Seit April können Verbraucher sich auf einer Internetseite zu expliziten Hygieneverstößen bei Lebensmitteln informieren. Die Hygienemängel-Plattform der hessischen Landesregierung sorgte bereits für Aufsehen, da sich Gastronomen an den Pranger gestellt fühlten. Auf der Seite werden die Einrichtungen mit Namen und Adresse genannt, oftmals auch, obwohl die Mängel mittlerweile schon beseitigt wurden.

Die Plattform diene der Information der Verbraucher und der Transparenz im gesundheitlichen Verbraucherschutz, heißt es auf der Internetseite. Ein Warnung vor den Betrieben oder den Lebensmitteln seien die Einträge nicht. Veröffentlicht werden Verstöße gegen das Lebensmittelrecht, wenn zulässige Grenzwerte, Höchstgehalte oder Höchstmengen überschritten wurden. Außerdem werden Verbraucher über Unternehmen informiert, die wiederholt Anforderungen nicht eingehalten haben. Veröffentlicht werden alle Vergehen, für die eine Bußgeldstrafe von mindestens 350 Euro erwartet wird. Vor der Veröffentlichung der Rechtsverstöße werden die betroffenen Unternehmen angehört. Die Informationen werden für sechs Monate auf der Seite gespeichert.

Über eine Hessenkarte, auf der Landkreise und kreisfreie Städte angeklickt werden können, gelangt der Nutzer zu den eingetragenen Vergehen. Wie detailliert die Beschreibungen ausfallen, hängt von den jeweiligen Landkreisen ab, da diese selbst für die Veröffentlichung der Informationen verantwortlich sind.

Am Mittwoch gab es für Frankfurt zwölf Einträge. In einem Bericht der Stadt Frankfurt über ein asiatisches Restaurant ist beispielsweise von der Fehllagerung leicht verderblicher Lebensmittel wie Geflügel, Muscheln und Sushi, verschleimten Bierfässern und Pilzbelag am Rahmen einer Eismaschine zu lesen. Bei diesen detaillierten Schilderungen kann einem durchaus der Appetit vergehen.

Im Fall der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH fällt die Beschreibung der Verstöße etwas nüchterner aus. In dem Bericht des Landkreises Waldeck-Frankenberg ist davon die Rede, dass „nicht unerhebliche hygienische Mängel (Allgemein, Arbeitshygiene, Bauhygiene)“ festgestellt wurden, die „eine nachteilige Beeinflussung der im Betrieb hergestellten, behandelten oder in Verkehr gebrachten Lebensmittel und Speisen darstellten“. Detailliertere Informationen vermisst man an dieser Stelle als Nutzer, der Fund von Listerien-Keimen wird beispielsweise nicht erwähnt.

Allgemein fällt auf, dass auf der Plattform häufig von verschiedenen Kontrollpunkten und Paragrafen die Rede ist; so detailliert wie im Bericht der Stadt Frankfurt wird es aber eher selten, so dass es teilweise schwerfällt, sich etwas Genaueres unter den Einträgen vorzustellen.

Hier ist dieHygienemängel-Plattform des Landes Hessen zu finden.

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