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Petra Walter ist glücklich und sprudelt vor Ideen. Sie will helfen, dass Frauen den Weg finden, der sie zufrieden macht. 

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Tun, was glücklich macht

Petra Walter hat sich als Coach selbstständig gemacht. Doch oft sind es Zweifel, die Frauen davon abhalten, diesen Schritt zu gehen.

Niedernhausen - Dass Petra Walter mit dem, was sie tut, glücklich ist, sieht man sofort: Die 51-jährige Mutter zweier Söhne strahlt, wenn sie über ihren Beruf und ihren Alltag spricht. Sie wirkt entspannt und sendet positive Energie aus. "Ich bin glücklich", sagt Petra Walter, die sich selbst als Freigeist beschreibt und vor Ideen nur so sprudelt. Und genau dieses Glücksgefühl, das Gefühl von Dankbarkeit und Wissen, dass jeder etwas für sein Glück tun kann, möchte sie weitergeben. Vor allem an Frauen. Denn diese, so wisse sie es aus vielen Gesprächen, haben neben dem Beruf noch viele andere Dinge zu managen und verlieren sich selbst dabei manchmal aus den Augen.

"Als Happiness-Coach helfe ich gestressten Frauen, die am alltäglichen Wahnsinn verzweifeln, sich überfordert und verloren fühlen und darin auf Dauer auch nicht den Sinn des Lebens sehen", sagt Petra Walter. Deswegen möchte sie helfen, mit Achtsamkeit, Leichtigkeit und Freude ein glückliches und erfülltes Leben zu erreichen. Zudem unterstützt sie bei der Persönlichkeitsentwicklung und coacht im Bereich Stressbewältigung, damit das Berufsleben nicht zum Energieräuber wird . Kurz: Sie will helfen, glücklich zu sein. Sie jedenfalls ist es schon, auch weil sie weiß, was sie will.

Beziehung an erster Stelle

Dass die Selbstständigkeit für sie persönlich genau der richtige Weg ist, um ihr Naturell zu leben, das wusste sie schon als Jugendliche. Doch zunächst schlug sie einen ganz anderen Weg ein. Sie strebte eine Ausbildung als Hotelfachfrau an, trat diese der Liebe wegen aber nicht an. "Die Karriere war mir nie so wichtig wie die Beziehung", erklärt Petra Walter, die seit 31 glücklich verheiratet ist. Anschließend machte sie eine Ausbildung als Verkäuferin, weil die Rahmenbedingungen dort leichter mit ihrer Vorstellung vom Leben zu vereinbaren waren. Sie arbeitete in verschiedenen Bereichen und das auch sehr gerne. Aber sie wechselte immer wieder den Tätigkeitsbereich und passte die Stundenanzahl so an, dass sie ausreichend Zeit für ihre Söhne hatte. Für ein klassisches Angestelltenverhältnis aber sei sie einfach zu neugierig, das hätte sie auf Dauer zu sehr eingeschränkt, sagt sie und fügt hinzu: "Ich liebe Abwechslung."

Kurse in Lachyoga

Als die Kinder größer waren, machte Petra Walter deshalb viele Fortbildungen in den Bereichen, die sie persönlich interessierten, zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Psyche und Glück. Auch das Lachyoga, das ihr heute besonders am Herzen liegt, kam so in ihr Leben. Später fing sie an, ihr Wissen an andere weiterzugeben und Kurse anzubieten, zum Beispiel bei der Volkshochschule und dem Kreisfrauenbüro.

Mit den unterschiedlichsten Ausbildungen und Praxiserfahrungen wuchs ihr Wissen immer weiter. Sie baute die Selbstständigkeit aus und ist seit fünf Jahren intensiv im Geschäft, bietet Seminare und Coachings an und verhilft so anderen zu einem glücklichen Leben. Für sie ist das genau der richtige Weg auch zu einem eigenen glücklichen Leben.

Das zu tun, was einem Freude macht, sein Herzensthema zum Beruf zu machen, das ist es, wozu sie Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen wollen, ermutigt. Allerdings nicht überstürzt, sondern mit viel Zeit und Reflexion. Gespräche über den Wunsch der Selbstständigkeit seien wichtig. "Bleibt mit eurer Idee nicht alleine", sagt sie und ermuntert zum Netzwerken und Austausch, weil so viele positive Impulse und Rückmeldungen entstehen können.

"Man muss nicht perfekt sein", sagt sie. Oft seien Frauen geradezu blockiert von den ganzen Anforderungen, die die Gesellschaft zu stellen scheint. "Scheitern und Rückschläge sind nicht schlimm", sagt sie. Daraus könne man lernen. "Rückschläge sind Herausforderungen die dich besser machen", sagt sie und erklärt, wie wichtig auch die Einstellung ist. Auch sie selbst kennt Gegenwind. Anfangs sei sie von manch einem belächelt worden, gerade wegen des Lachyogas. Umso schöner war es, als die Idee großen Anklang fand. "Der Schritt in die Selbstständigkeit war nicht immer leicht, aber es hat sich gelohnt." "Es ist alles in dir", davon ist sie überzeugt. Der Schritt, sein eigener Chef zu werden, müsse aus dem Herzen kommen, allerdings solle man den Kopf dabei nicht vergessen. Denn auch eine gutdurchdachte Planung sei wichtig. "Man muss das Ziel im Auge haben", sagt sie und plädiert dazu, sich Hilfe von Netzwerken und Profis zu holen. Außerdem sei es wichtig, ins Umsetzen zu kommen: "Nicht nur denken, sondern auch machen", sagt sie dazu, denn wer immer nur davon träumt, kommt nicht weiter.

Da vor allem Frauen oftmals Zweifel im Weg stehen, ist es wichtig, Selbstbewusstsein aufzubauen, bevor man sich ins Abenteuer Selbstständigkeit stürzt. Man sollte voll und ganz hinter seiner Idee und sich selbst stehen. "Man bereut im Leben nur Dinge, die man nicht gemacht hat", sagt Petra Walter.

Von Nadja Quirein

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