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„NSU 2.0“: Polizei-Gewerkschaft weist Kritik zurück

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Gewerkschaft der Polizei
Gewerkschaft der Polizei. © Christophe Gateau/dpa

Einen Tag vor der erwarteten Urteilsverkündung im „NSU 2.0“-Prozess hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Hessen Kritik zurückgewiesen. „Es gibt keine rechten Netzwerke innerhalb der hessischen Polizei“, sagte der Landesvorsitzende Jens Mohrherr am Mittwoch in Wiesbaden. Es sei klar, dass nicht hessische Polizeibeamte die Drohmails verfasst und versendet hätten.

Frankfurt/Main - Die Polizei sei vorverurteilt und unter Generalverdacht gestellt worden.

In dem Prozess muss sich ein Mann aus Berlin wegen Bedrohung, Beleidigung und Nötigung verantworten. Er ist der mutmaßliche Verfasser von rund 80 mit „NSU 2.0“ unterzeichneten Drohschreiben unter anderem gegen Politikerinnen und Rechtsanwälte in mehreren Bundesländern. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Der Name „NSU 2.0“ spielt auf die rechtsextreme Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ und die von ihr verübten Morde an.

Am Dienstag hatten sich einige der in den Mails bedrohten Frauen zu Wort gemeldet. Die Drohserie sei nicht vollständig aufgeklärt und die hessische Polizei durch eine Verurteilung des Angeklagten auch nicht entlastet, schrieben unter anderem die Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız, die Schauspielerin İdil Baydar und die Politikerin Janine Wissler (Linke) in einer gemeinsamen Erklärung. dpa

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