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Onlinewache der hessischen Polizei soll ausgeweitet werden

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Onlinewache
Der Schriftzug „Zur Internetwache“, aufgenommen von einem Monitor. © Susann Prautsch/dpa/Illustration

Ob Fahrraddiebstahl, Onlinebetrug oder Nötigung: Wer Opfer solcher Delikte geworden ist, kann dies auch auf der Onlinewache anzeigen. 2021 registrierte die Polizei insgesamt 93.445 Vorgänge - dazu zählen auch Hinweise.

Wiesbaden - Die Onlinewache der Polizei in Hessen soll mit zusätzlichen Funktionen benutzerfreundlicher werden. Unter anderem solle es möglich werden, neben Anzeigen und Hinweisen über die Internet-Plattform auch Anhänge und Beweismittel anzufügen. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor.

Zudem werde überlegt, Vordrucke für zusätzliche Delikte bereitzustellen. Bislang gibt es diese bereits unter anderem für Fahrrad- oder Autodiebstahl, Onlineauktionsbetrug und Nötigung im Straßenverkehr. Auch den Diebstahl seines Handys oder der EC-Karte kann man per Internetplattform melden. Das Innenministerium verwies auch darauf, dass auf der Meldeplattform #hessengegenhetze bereits heute Beweismittel bei Hasspostings digital übermittelt werden können.

2021 registrierte die hessische Polizei insgesamt 93.445 Vorgänge über die Onlinewache, darunter 81.088 Strafanzeigen. Rund 10.270-mal meldeten Nutzer beispielsweise einen Auktionsbetrug, mehr als 7200-mal einen Fahrraddiebstahl.

„Die häufige Inanspruchnahme der Onlinewache durch die Bürgerinnen und Bürger zeigt, wie wichtig die Möglichkeit ist, ohne großen Aufwand eine Strafanzeige stellen zu können“, erklärte der FDP-Abgeordnete Jörg-Uwe Hahn. „Die Hemmschwelle, zur Polizei zu gehen, fällt dadurch weg.“ Wichtig sei nun, dass die Landesregierung ihren Worten Taten folgen lasse und die Benutzerfreundlichkeit und die Effizienz der Onlinewache verbessere, forderte Hahn. „Dazu gehört die Möglichkeit, Anhänge und Beweismittel hinzufügen zu können - das würde es sowohl der Polizei als auch den Bürgerinnen und Bürgern einfacher machen.“

Auf der Onlinewache werden nicht nur Hinweise und Anzeigen von Bürgerinnen und Bürgern erfasst. Es gibt auch registrierte Nutzerinnen und Nutzer, die Strafanzeigen bei Massendelikten übermitteln. „Als Beispiele sind hier Handelsketten zu nennen, die Ladendiebstähle zentral und effizient zur Anzeige bringen können“, erläuterte ein Sprecher des Innenministeriums. Auch Verkehrsbetriebe nutzten diese Option, um Verstöße gesammelt zu übermitteln.

Die Stärke der Onlinewache liege in der Anzeige niederschwelliger Straftaten, erklärte der Ministeriumssprecher. Die Plattform habe sich inzwischen als eine gute Möglichkeit zur schnellen und direkten Kontaktaufnahme mit der hessischen Polizei etabliert. Allerdings gebe es auch Grenzen, etwa wenn die Beamten sofort handeln müssen. In diesem Fall sei es besser, den Notruf 110 zu wählen oder persönlich zur Wache zu gehen.

„Ein systematischer Missbrauch der Onlinewache wurde bisher nicht festgestellt“, erklärte der Sprecher. Dies käme nur vereinzelt vor. Der digitale Posteingang werde stets von einem Polizeibeamten kontrolliert.

Bei der schrittweisen Weiterentwicklung der hessischen Onlinewache soll Ende 2022 zunächst eine erste Optimierungsstufe umgesetzt werden, kündigte der Sprecher an. Sie diene im Wesentlichen einer besseren Benutzerfreundlichkeit und eines besseren Designs sowie der Barrierefreiheit. „Die Bereitstellung umfassenderer Optimierungen ist im kommenden Jahr vorgesehen.“

Dafür beteilige sich Hessen an einer länderübergreifenden Initiative, eine gemeinsame zentrale Onlinewache aufzubauen, teilte das Ministerium mit. Zehn Länderpolizeien hätten bereits Interesse angemeldet. dpa

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