Peruanischer Landwirt für Kampf gegen Energiekonzern geehrt

Der peruanische Landwirt und Bergführer Saúl Luciano Lliuya hat am Sonntag den Kasseler Bürgerpreis „Das Glas der Vernunft” entgegengenommen.

Der peruanische Landwirt und Bergführer Saúl Luciano Lliuya hat am Sonntag den Kasseler Bürgerpreis „Das Glas der Vernunft” entgegengenommen. Der 37-Jährige wurde für seinen juristischen Kampf gegen einen deutschen Energiekonzern ausgezeichnet. Er will RWE zwingen, Verantwortung für Folgen des Klimawandels zu übernehmen. „Sie haben bereits jetzt ein Stück Rechtsgeschichte geschrieben, lieber Saúl!”, sagte die Laudatorin Claudia Kemfert, Energieexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin.

Der Landwirt aus den Hochanden verlangt durch eine zivilrechtliche Klage von RWE eine Beteiligung an den Kosten von Schutzmaßnahmen, um seinen Besitz vor der drohenden Überflutung durch einen Gletschersee zu sichern. „Ein Bergführer aus den peruanischen Anden erklimmt als allererster Mensch einen juristischen Gipfel, der bislang als unbezwingbar galt!”, erklärte Kemfert. Es sei wichtig, dass die Zivilgesellschaft zur „juristischen Steinschleuder Davids greift, um dem industriellen Goliath eine Lektion zu erteilen”.

Der Kasseler Bürgerpreis „Das Glas der Vernunft” wurde im Jahr 1990 von Kasseler Bürgern als Auszeichnung gestiftet. Er ist mit einem Geldpreis in Höhe von 10 000 Euro dotiert. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören der Whistleblower Edward Snowden und Joachim Gauck. Der Kasseler Bürgerpreis wird aus Anlass der deutschen Wiedervereinigung seit 1991 vergeben und würdigt Personen, die sich in besonderem Maße um Aufklärung, Vernunft und Toleranz verdient gemacht haben

(dpa)

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