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David Koch, Model

David Koch aus Marburg

Plötzlich Model: Ein Hessebub erobert die Laufstege der Welt

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Eigentlich hatte David Koch aus Marburg gar keinen Plan. Das Leben ließ ihn in Ruhe und er das Leben – wie man nach der Schule eben so seine Zeit verbringt. Keine zwei Wochen später hetzte er von einem Termin zum anderen, wurde von Hunderten angesehen und tausendfach fotografiert.

Posen kann er. Eben noch im Eiskaffee kann man sich die Frage stellen: Ist das wirklich der gutaussehende Typ vom Laufsteg mit den markanten Wangenknochen und dem männlichen Charisma? Wenn man ihn hinter dem Latte Macchiatto überhaupt bemerkt. Da sitzt er unscheinbar und bescheiden in der Menge zwischen schwatzenden 15-Jährigen und Rentnerpaaren. Aber sobald die Kamera auf ihn gerichtet ist, sieht man es: Er ist es, David Koch, der auf Facebook tausende Fans hat, den die Zuschauer der größten und wichtigsten Modenschauen der Welt anhimmeln, der die teuersten Kleidungsstücke der berühmtesten Designer getragen hat und den viele Frauen einfach vom Laufsteg runterzerren, hinter sich her schleifen und mit nach Hause nehmen und heiraten möchten.

Fünf Jahre ist es her, dass Koch in Frankfurt an der Zeil saß, einen Kaffee trank und von einer Modelagentin angesprochen wurde. Er habe ein tolles Gesicht und einen tollen Körper, ideal zum Modeln, machte sie dem Marburger Komplimente. Ob sie Bilder mit ihrem Handy machen dürfe? Ob sie seine Telefonnummer haben könne? Klar, könnte auch einfach nur ein Annäherungsversuch sein. „In zwei Wochen ist Fashion Week in Paris, das könnte gerade noch so passen“, sagte die Fremde und ging. David Koch nahm das nicht ernst. Eine Woche später aber meldete sich die Frau.

David Koch war 19. Zum ersten Termin in der Modelagentur nahm er seine Mutter mit. Die winkte bei einem fünf-Jahres-Vertrag ab. Der Sohne solle sich nicht zu lang festlegen. Drei Jahre reichten auch. Eine Woche später stand David Koch mit dem Laufzettel in der Hand in Paris und hatte Stress. Fashion Week. Da laufen die Models nach einem sehr engen Terminplan von einem Büro zum anderen, von einem Designer zum nächsten: Dior, Givenchy, Louis Vuitton... Sie legen ihre Mappen vor, laufen noch ein paar Schritte, ziehen eventuell zur Probe mal ein Kleidungsstück an und werden vom Fleck weg für die nächste Modenschau, oft schon wenige Stunden später, gebucht– oder eben nicht. „Das sind offene Castings, da kann jeder hingehen“, schildert Koch, 400, 500 Models stehen da Schlange. Man gehe am besten früh hin oder spät – „in der Mitte geht man unter“.

1,87 Meter und 75 Kilo. „Ich kann soviel essen wie ich will und nehme nicht zu“, sagt Koch. Gut aussehen sei gut und wichtig. Aber mindestens genauso wichtig sei es, dass man gut vor der Kamera stehe, dass man dem Fotografen Angebote machen, dass man mit dem Gesicht arbeiten könne, mit Mimik und Gestik.

Für die Marke Diesel hat er inzwischen posiert, mit nacktem Oberkörper und Jeans, auf Titelbildern von Männermagazinen ist er, in Katalogen und Werbespots. Wenn er auf dem Laufsteg unterwegs ist, dann sitzen auch Leute wie Leonardo DiCaprio und Pierce Brosnan im Publikum. Koch: „Man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, Glück haben.“ Aktuell ist er für drei Monate für Model-Jobs in New York und blickt aus seinem Wolkenkratzer-Appartement auf Manhatten.

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