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Polizei Frankfurt: Niedrigste Kriminalität seit 20 Jahren

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An der Tür von einem Streifenwagen steht der Schriftzug „Polizei“. © David Inderlied/dpa/Illustration

Weniger Kriminalität bei gleichzeitig höherer Aufklärung: Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill hat eine positive Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Mit insgesamt 96 449 Straftaten sei die niedrigste Zahl der Fälle seit 20 Jahren verzeichnet worden, sagte er am Freitag bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2021.

Frankfurt/Main - Hinzu komme eine Aufklärungsquote von 65,5 Prozent, einem der höchsten Werte seit Beginn der bundeseinheitlichen Erfassung. Damit sei es in Frankfurt so sicher „wie nie zuvor.“

Besonders erfreulich sei, dass der Rückgang insbesondere bei schweren Straftaten festzustellen ist. So sei bei Straftaten gegen das Leben die Zahl der Fälle um nahezu ein Drittel zurückgegangen. Insgesamt seien 13 Menschen in acht Fällen durch Gewalt ums Leben gekommen. Außerdem gab es 52 Fälle von versuchtem Mord oder Totschlag. Einen Anstieg gab es dagegen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und die Verbreitung pornografischer Inhalte. Es gab 150 angezeigte Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung, 52 mehr als im Vorjahr. Nach wie vor sei jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Einen Anstieg gab es auch bei der politisch motivierten Kriminalität - um insgesamt 25,5 Prozent auf 605 Fälle. Dabei überstieg die Gesamtzahl der rechtsextremistisch motivierten Straftaten mit 279 Fällen nochmals die Gesamtzahlen der Vorjahre 2019 und 2020 - ein Anstieg um 13 Prozent.

Lockdown, Homeoffice und andere Corona-Maßnahmen dürften in verschiedenen Bereichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kriminalität gehabt haben. Hierzu zählt sowohl ein Rückgang bei den Einbrüchen, da viele Menschen sich öfter zu Hause aufhielten, als auch weniger „reisende“ Tätergruppen. Mit einem Rückgang um 30,5 Prozent auf 723 Fälle wurde ein historischer Tiefstand erreicht. Insgesamt 411 Straftaten wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie registriert; im Jahr zuvor waren es 695 Fälle gewesen. Während beim Subventionsbetrug ein Rückgang zu verzeichnen war, häuften sich insbesondere im November und Dezember Angriffe, Beleidigungen oder Widerstand bei Kontrollen von Coronamaßnahmen oder bei Demonstrationen.

Eine Verschiebung war etwa bei Fällen von Beschaffungskriminalität zu beobachten: Konsumenten harter Drogen wurden häufiger als in den Vorjahren etwa bei Kellereinbrüchen oder Fahrraddiebstählen ertappt. dpa

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