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Polizei nimmt Geldautomatensprenger fest: Ermittlungen wegen versuchten Mordes

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Von: Sebastian Richter

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Mutmaßliche Geldautomatensprenger gehen der Polizei ins Netz. Bei ihren Taten wurden Menschen gefährdet – die Polizei Frankfurt ermittelt wegen versuchten Mordes.

Frankfurt – Sprengungen von Geldautomaten kommen immer häufiger vor. Dahinter stecken oft kriminelle Organisationen. Die Polizei hat am Dienstag (17. Mai) drei Männer festgenommen, die für mehrere Geldautomatensprengungen verantwortlich und Teil einer solchen Organisation sein sollen. Die Festnahme erfolgte in den niederländischen Städten Haarlem und Vianen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt mitteilten.

Die mutmaßlichen Täter sind 22, 27 und 28 Jahre alt. Sie werden für Taten aus 2021 und 2022 in Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz verantwortlich gemacht. Unter anderem soll eine Sprengung in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) von ihnen verübt worden sein, mehr als 150.000 Euro erbeuteten die Täter damals. Die weiteren Tatorte befinden sich der Mitteilung zufolge in Dietzenbach in Hessen, Eppelheim in Baden-Württemberg, Wildeshausen in Niedersachsen sowie in Kaiseresch in Rheinlandplafz.

Die mutmaßlichen Täter sollen mehrere Geldautomaten im Westen Deutschlands gesprengt haben. (Symbolbild)
Die mutmaßlichen Täter sollen mehrere Geldautomaten im Westen Deutschlands gesprengt haben. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Geldautomatensprenger von Polizei festgenommen: Grenzübergreifende Ermittlungen

Neben dem Vorwurf der Geldautomatensprengung ermitteln die Beamten gegen den 22-Jährigen und den 28-Jährigen in einem Fall wegen versuchten Mordes. Laut den Ermittlern befand sich der Automat im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses im hessischen Oberursel. Dort hielten sich zum Tatzeitpunkt Menschen auf, die durch die Detonation gefährdet wurden. Bei diesen beiden Verdächtigen handelt es sich mutmaßlich um führende Mitglieder der Gruppe, so die Ermittler.

Der Festnahme gingen großangelegte verdeckte Ermittlungen über Monate voraus. Die Beamten aus Hessen arbeiteten eng mit der Polizei in den Niederlanden zusammen, auch Europol war beteiligt. Der Festnahme lagen europäische Haftbefehle des Amtsgerichts Frankfurt zugrunde.

Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland

Seit längerem kommt es in vielen Regionen Deutschlands zu einer Häufung von Geldautomatensprengungen, vor allem in den westlichen Bundesländern, allen voran Nordrhein-Westfalen. Wie aus einem entsprechenden Lagebild des Bundeskriminalamts hervorgeht, wurden für das Jahr 2020 bundesweit 268 Fälle gezählt, bei denen Täter erfolgreich eine Explosion herbeiführten. Im Vergleich zum Jahr davor war das ein Plus von knapp 23 Prozent. Etwa zwei Drittel aller Tatverdächtigen seien reisende Täter aus den Niederlanden. (dpa)

Frankfurt: Polizei nimmt Tatverdächtige fest – Ein Täter noch nicht identifiziert

Bereits Ende März nahm die Polizei drei Tatverdächtige im Alter zwischen 25 und 31 Jahren bei Bad Nauheim fest. Sie sollen zur gleichen kriminellen Organisation gehören. Ein weiterer mutmaßlicher Angehöriger der Organisation konnte von den Ermittlern bisher nicht identifiziert werden. Für die Suche nach diesem Mann hat die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung inklusive Bild herausgegeben. Er soll an sieben Taten teilgenommen haben. (spr)

Die Polizei fahndet nach einem weiteren Täter, der für Geldautomatensprengungen verantwortlich sein soll.
Die Polizei fahndet nach einem weiteren Täter, der für Geldautomatensprengungen verantwortlich sein soll. © Polizei Westhessen

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