Pro Asyl fordert Aufnahme von Geflüchteten bis Weihnachten

Die Hilfsorganisation Pro Asyl hat die Bundesregierung aufgerufen, noch vor Weihnachten eine politische Lösung für die in Belarus festsitzenden Flüchtlinge zu finden. Bei Pro Asyl und dem Flüchtlingsrat Niedersachsen gingen „immer mehr Hilferufe von verzweifelten Angehörigen aus Deutschland“ ein, deren Verwandte in Belarus gestrandet seien, teilte die Organisation am Samstag in Frankfurt mit.

Frankfurt/Main/Hannover - Da internationalen Hilfsorganisationen ebenso wie Medien der Zugang zu ihnen verwehrt werde, sei eine eilige Entscheidung notwendig, „um die Katastrophe abzuwenden und Menschenleben zu retten“.

„Wir erwarten, dass Kanzler (Olaf) Scholz die Leisetreterei und die Politik der stillschweigenden Tolerierung der Aussetzung des Rechtsstaates an den EU-Grenzen beendet“, forderte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. Eine besondere Verantwortung zur Aufnahme gebe es für alle Schutzsuchenden mit einer besonderen Beziehung zu Deutschland, etwa aufgrund familiärer Bezüge.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen berichtete dazu über den Fall eines 71-jährigen Syrers, dessen Sohn in Lüneburg lebe. Nach dem Tod einer syrischen Frau, die er auf der Flucht kennengelernt habe, sei er in die belarussische Hauptstadt Minsk gelangt. „Nach den schweren und traumatischen Erlebnissen sitzt er dort nun fest und wartet darauf, dass die Bundesregierung ihm die Möglichkeit gibt, zu seinem Sohn nach Niedersachsen zu ziehen.“ Sein gesundheitlicher Zustand sei mittlerweile sehr kritisch. dpa

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